Kreuz im Panholz
Gemeinde: Paudorf
Zeitkategorie: 20. Jahrhundert, 2. Hälfte
Chronik:
Errichtet 1991 von Reinhold Mannert etwas abseits an der Landesstraße von Furth Richtung Göttweiger Sattel innerhalb einer eingezäunten Liegenschaft.
In unmittelbarer Umgebung wurden am 6. April 1945, 26 entflohene Häftlinge der Strafanstalt Stein von einer SS-Mannschaft erschossen und verscharrt. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis.
Beschreibung:
Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers mit einem quadratischen Sockelmauerwerk auf dem ein massiver, gemauerter Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden abgestuften Gesimse abgeschlossen. Darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit leeren Nischen an jeder Seite. Ein schlichtes Gesimse mit flachem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetztem schmiedeeisernen Lothringerkreuz bilden den oberen Abschluss.
Details
| Gemeindename | Paudorf |
| Gemeindekennzahl | 31333 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Kreuz im Panholz |
| Objektkategorie | 1531 ( Religiöse Kleindenkmäler | Bildstöcke | Pfeiler- und Säulenbildstöcke) |
| Katastralgemeinde | Eggendorf -- GEM Paudorf |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | .45 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | Furth Pannholz |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Pannholz |
| Längengrad | 15.619853 |
| Breitengrad | 48.365303 |
| denkmalgeschützt | nicht geschuetzt |
| Höhe (m) | 3.63 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Breite (m) | 0.75 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Tiefe (m) | 0.75 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Zustandsklassifizierung | gut |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | Der Bildstock hat die Form eines einfachen Tabernakelpfeilers mit einem quadratischen Sockelmauerwerk auf dem ein massiver, gemauerter Säulenschaft errichtet wurde. Dieser ist mit einem leicht vorkragenden abgestuften Gesimse abgeschlossen. Darauf ruht der Tabernakelaufsatz mit leeren Nischen an jeder Seite. Ein schlichtes Gesimse mit flachem Zeltdach aus Ziegel und aufgesetztem schmiedeeisernen Lothringerkreuz bilden den oberen Abschluss. |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details |
| Zeitkategorie | 20. Jahrhundert, 2. Hälfte |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Errichtet 1991 von Reinhold Mannert etwas abseits an der Landesstraße von Furth Richtung Göttweiger Sattel innerhalb einer eingezäunten Liegenschaft. In unmittelbarer Umgebung wurden am 6. April 1945, 26 entflohene Häftlinge der Strafanstalt Stein von einer SS-Mannschaft erschossen und verscharrt. Eine Gedenktafel erinnert an dieses Ereignis. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) | Im April 1945 standen die Richtung Westen vorrückenden sowjetischen Truppen bereits im Wienerwald. Die Insassen des Zuchthauses Stein sollten in den bayrischen Raum verlegt, „leichte Fälle“ entlassen werden. Da für eine Verlegung der Gefangenen nicht genügend Transportmittel zur Verfügung standen, „schwere Fälle“ jedoch durch Erschießen beseitigt werden sollten, entschied der Direktor Franz Kodre alle Gefangenen zu entlassen. Fanatische Nationalsozialisten unter den Justizwachebeamten verständigten die NS-Kreisleitung in Krems von einer Revolte. Diese kommandierte Einheiten der Wehrmacht und Waffen-SS zur Anstalt wo diese ein Blutbad anrichteten. Bereits entlassene Häftlinge wurden mit Greifkommandos gejagt, zurückgebracht oder gleich an Ort und Stelle erschossen und verscharrt. Zwischen 400 und 500 Häftlinge sind bei diesem Endphasenverbrechen des 2. Weltkrieges ermordet worden. |
| Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | Kapellen und Marterl in Gemeinde und Pfarre Paudorf; Karl Brugger |
| Datum der Erfassung | 2019-01-15 |
| Datum der letzten Bearbeitung | 2026-02-16 |
| letzter Bearbeiter | Josef Teufner |


