Anna-Kapelle
Gemeinde: Mautern an der Donau
Zeitkategorie: 19. Jahrhundert, 1. Hälfte
Chronik:
Der Kapellenbildstock wurde ursprünglich an einer (heute nicht mehr existierenden) Weggabelung errichtet, wo der Pilgerweg nach Maria Zell nach Südosten abzweigte.
Einer im Österreichischen Staatsarchiv/Kriegsarchiv erhaltenen Korrespondenz zufolge wurde die Wegkapelle zwischen 1820 und 1850 durch Franz Stierschneider (geb. ca. 1774 in Weißenkirchen, gest. 1850 in Krems) gestiftet. Stierschneider und seine Frau Maria Anna hatten 1820 das Haus Mautern Nr. 63 ("Feldlehenhof") erworben. Über den genauen Stiftungsgrund ist nichts Näheres bekannt.
Das Kleindenkmal wurde nach dem Stifter zunächst als "Stierschneiderkreuz" bezeichnet. Dieser hatte in seinem Testament der Stadtgemeinde Mautern 80 Gulden vermacht mit der Auflage, für die Reinigung der Kapelle Sorge zu tragen. Das schien offenbar nicht wirklich funktioniert zu haben, weshalb die Familie Stierschneider selbst wieder die Pflege übernahm. Im Zuge der Errichtung eines militärischen Übungsgeländes gelangte das Wegkreuz zwischen 1850 und 1860 in den Besitz der Heeresverwaltung. Der Familie gestattete man allerdings weiterhin, die Kapelle zu betreuen und zu nutzen. Im Februar 1925 wandte sich Anna Denk, die Urenkelin Stierschneiders, an die Stadtgemeinde, weil ein anderer Wirtschaftsbesitzer aus Mautern den Schlüssel zur Kapelle in seinen Besitz gebracht hatte und diesen nicht mehr herausgeben wollte. Nach Intervention der Gemeindeführung erhielt sie kurze Zeit später den Schüssel zurück. Gleichzeitig gab sie eine Verpflichtungserklärung ab, sich weiterhin um die Erhaltung der Kapelle kümmern zu wollen. Anna Denk starb am 11. August 1951 im 82. Lebensjahr in Mautern an den Folgen eines Verkehrsunfalls.
Beschreibung:
An einer ehemaligen Gabelung der heutigen L114 mit einem nicht mehr existierenden Weg über die Mauterner Exerzierwiese zum Hauerkreuz befindet sich die Anna-Kapelle. Dabei handelt es sich um einen halbkreisförmigen, apsisartigen Bau aus verputztem Ziegelmauerwerk. Das Portal ist vergittert, im Inneren befindet sich ein Marienbild.
Details
| Gemeindename | Mautern an der Donau |
| Gemeindekennzahl | 31327 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Anna-Kapelle |
| Objektkategorie | 1533 ( Religiöse Kleindenkmäler | Bildstöcke | Kapellenbildstöcke) |
| Katastralgemeinde | Mautern -- GEM Mautern an der Donau |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | 795/14 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | Mautern |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | an der St. Pöltner Straße, Riede Kirschböck |
| Längengrad | 15.581975 |
| Breitengrad | 48.391628 |
| denkmalgeschützt | nicht geschuetzt |
| Höhe (m) | 4.5 |
| gemessen od. geschätzt | geschätzt |
| Breite (m) | 3.3 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Tiefe (m) | 2.5 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Zustandsklassifizierung | sehr gut |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
Das Grundstück und die darauf befindliche Kapelle gehören einer Immobiliengesellschaft der Kremser Bank und Sparkassen AG. Die Eigentümerin veranlasste im Jahr 2016 die vorbildliche Renovierung des Objekts. Zuvor befand sich der Kapellenbildstock im Eigentum der BIG (vormals Bundesgebäudeverwaltung), die zuletzt 1973 eine Renovierung durchführte. |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | An einer ehemaligen Gabelung der heutigen L114 mit einem nicht mehr existierenden Weg über die Mauterner Exerzierwiese zum Hauerkreuz befindet sich die Anna-Kapelle. Dabei handelt es sich um einen halbkreisförmigen, apsisartigen Bau aus verputztem Ziegelmauerwerk. Das Portal ist vergittert, im Inneren befindet sich ein Marienbild. |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details |
| Zeitkategorie | 19. Jahrhundert, 1. Hälfte |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Der Kapellenbildstock wurde ursprünglich an einer (heute nicht mehr existierenden) Weggabelung errichtet, wo der Pilgerweg nach Maria Zell nach Südosten abzweigte. Einer im Österreichischen Staatsarchiv/Kriegsarchiv erhaltenen Korrespondenz zufolge wurde die Wegkapelle zwischen 1820 und 1850 durch Franz Stierschneider (geb. ca. 1774 in Weißenkirchen, gest. 1850 in Krems) gestiftet. Stierschneider und seine Frau Maria Anna hatten 1820 das Haus Mautern Nr. 63 ("Feldlehenhof") erworben. Über den genauen Stiftungsgrund ist nichts Näheres bekannt. Das Kleindenkmal wurde nach dem Stifter zunächst als "Stierschneiderkreuz" bezeichnet. Dieser hatte in seinem Testament der Stadtgemeinde Mautern 80 Gulden vermacht mit der Auflage, für die Reinigung der Kapelle Sorge zu tragen. Das schien offenbar nicht wirklich funktioniert zu haben, weshalb die Familie Stierschneider selbst wieder die Pflege übernahm. Im Zuge der Errichtung eines militärischen Übungsgeländes gelangte das Wegkreuz zwischen 1850 und 1860 in den Besitz der Heeresverwaltung. Der Familie gestattete man allerdings weiterhin, die Kapelle zu betreuen und zu nutzen. Im Februar 1925 wandte sich Anna Denk, die Urenkelin Stierschneiders, an die Stadtgemeinde, weil ein anderer Wirtschaftsbesitzer aus Mautern den Schlüssel zur Kapelle in seinen Besitz gebracht hatte und diesen nicht mehr herausgeben wollte. Nach Intervention der Gemeindeführung erhielt sie kurze Zeit später den Schüssel zurück. Gleichzeitig gab sie eine Verpflichtungserklärung ab, sich weiterhin um die Erhaltung der Kapelle kümmern zu wollen. Anna Denk starb am 11. August 1951 im 82. Lebensjahr in Mautern an den Folgen eines Verkehrsunfalls. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) |
| Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | -Erhebung Klein- und Flurdenkmäler durch den Verein FORUM FAVIANIS (2011-2015). -Verschönerungsverein Mautern: "Mautern, Mauternbach, Hundsheim mit anderen Augen gesehen. Hauszeichen, Wegkreuze, Marterl. Eine kultur- und volkskundliche Wanderung" (Mautern 1997). |
| Datum der Erfassung | 2015-04-15 |
| Datum der letzten Bearbeitung | 2026-03-15 |
| letzter Bearbeiter | Karl Reder |

