Reckturm
Gemeinde: Wiener Neustadt
Zeitkategorie: 13. Jahrhundert
Chronik:
Der Reckturm sollte im Zuge der Stadtöffnung abgerissen werden und man begann das Dach, den obersten Teil des Turms und die angrenzende Westmauer abzureißen. Der Kunsthistoriker und Gründer des Wiener Neustädter Denkmalschutzvereins, Dr. Franz Staub, erreichte 1901 die Einstellung der Demolierungsarbeiten und die Wiederherstellung nach alten Ansichten aus dem 15. Jh. Staubs Einsatz wird durch eine Gedenktafel über dem Turmeingang gewürdigt.
Seit 1994 birgt der Reckturm die private Sammlung Josef Karliks, der zur Erhaltung und touristischen Erschließung des Turmes entscheidend beigetragen hat.
Im Juli 2010 erfolgte die grundlegende Sanierung des Wehrganges.
Beschreibung:
Der Reckturm ist der nordwestliche Eckturm der mittelalterlichen Neustadt. Er wurde nicht in den Verlauf der Stadtbefestigung eingepasst, sondern aus strategischen Gründen in einem 45-Grad-Winkel gesetzt.
Der Turm hat eine Mauerstärke von 2,43 Metern und hat nach dem SW-Eckturm (mit 2,51 Meter Mauerstärke) die zweitstärkste Außenmauer.
Der heutige Reckturm weist drei Bauphasen auf: Für den ersten Abschnitt stehen die Buckelquader im untersten Mauerbereich. Darauf ist der Turm [nach einer kriegerischen Auseinandersetzung und/oder im Zuge der Verstärkung der Tortürme?] errichtet worden. Die dritte – und jüngste – Bauphase ist die Wiederherstellung nach den begonnenen Abbrucharbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
Details
| Gemeindename | Wiener Neustadt |
| Gemeindekennzahl | 30401 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Reckturm |
| Objektkategorie | 1314 ( Rechtsdenkmäler | Hoheitsrechtsdenkmäler | Burgfried-, Asyl-, Bann-, Freiungs-, Geleit- und Zehentsteine) |
| Katastralgemeinde | |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | 345 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Reyergasse / Rudolf Fischer Gasse |
| Längengrad | 16.24096 |
| Breitengrad | 47.81654 |
| denkmalgeschützt | -- |
| Höhe (m) | |
| gemessen od. geschätzt | -- |
| Breite (m) | 8.56 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Tiefe (m) | 8.48 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Zustandsklassifizierung | sehr gut |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | Der Reckturm ist der nordwestliche Eckturm der mittelalterlichen Neustadt. Er wurde nicht in den Verlauf der Stadtbefestigung eingepasst, sondern aus strategischen Gründen in einem 45-Grad-Winkel gesetzt. Der Turm hat eine Mauerstärke von 2,43 Metern und hat nach dem SW-Eckturm (mit 2,51 Meter Mauerstärke) die zweitstärkste Außenmauer. Der heutige Reckturm weist drei Bauphasen auf: Für den ersten Abschnitt stehen die Buckelquader im untersten Mauerbereich. Darauf ist der Turm [nach einer kriegerischen Auseinandersetzung und/oder im Zuge der Verstärkung der Tortürme?] errichtet worden. Die dritte – und jüngste – Bauphase ist die Wiederherstellung nach den begonnenen Abbrucharbeiten zu Beginn des 20. Jahrhunderts. |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details | Inschrifttafel über dem Eingang: Der im 12. Jh. begonnene aus dem Löse- Geld König Richards Löwenherz vollendete Reckturm wurde im Jahre 1901 durch Franz Staub Historiker und Ehrenbürger der Stadt vor dem Abbruch gerettet. Seinem Gründer der Altertumsverein Wr. Neustadt 1936 |
| Zeitkategorie | 13. Jahrhundert |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Der Reckturm sollte im Zuge der Stadtöffnung abgerissen werden und man begann das Dach, den obersten Teil des Turms und die angrenzende Westmauer abzureißen. Der Kunsthistoriker und Gründer des Wiener Neustädter Denkmalschutzvereins, Dr. Franz Staub, erreichte 1901 die Einstellung der Demolierungsarbeiten und die Wiederherstellung nach alten Ansichten aus dem 15. Jh. Staubs Einsatz wird durch eine Gedenktafel über dem Turmeingang gewürdigt. Seit 1994 birgt der Reckturm die private Sammlung Josef Karliks, der zur Erhaltung und touristischen Erschließung des Turmes entscheidend beigetragen hat. Im Juli 2010 erfolgte die grundlegende Sanierung des Wehrganges. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) | Der Reckturm hieß ursprünglich „Stuckturm“, da er zur Aufbewahrung von Stuck (Waffen) diente. Die Bezeichnung Reckturm leitet sich von der Foltermethode des Reckens (mittels Reckbankl – Streckbank) ab. Der Turm diente bis ins 19. Jahrhundert als städtisches Gefängnis und Amtshaus – und gilt heute als Wahrzeichen der Stadt. |
| Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | Franziszeischer Kataster Dehio – Niederösterreich südlich der Donau, 2003 Gerhard Geissl, Denkmäler in Wiener Neustadt, 2013 Gertrude Gerhartl, Wiener Neustadt, 1993 Ralf Gröninger, Stadtbefestigung Wiener Neustadt, Bauhistorisches Objektbuch nach Grundstücken, 2014 Erwin Reidinger, Planung oder Zufall – Wiener Neustadt 1192, 2001 Werner Sulzgruber, www.zeitgeschichte-wn.at Thomas Winkler, Wiener Neustadt, 2010 |
| Datum der Erfassung | 2026-08-18 |
| Datum der letzten Bearbeitung | 2026-08-18 |
| letzter Bearbeiter | Elmar Hruby |
