Lithografen-Stein
Gemeinde: Wiener Neustadt
Zeitkategorie: 20. Jahrhundert
Chronik:
Unternehmensgeschichte [Firmenversion]:
1926 Gründung der Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg am Standort Wiener Straße [Buchdruck]
1970 Bogenoffset-Mehrfarbendruck
1988 Einstellung der Verlagstätigkeit, erste Rollenoffsetdruckmaschine
1989 erster Bauabschnitt Johannes-Gutenberg-Straße, die neue Mehrfarbenrotationsdruckmaschine ermöglicht Magazin- und Zeitschriftendruck
1993 Juni, Brand in der Wiener Straße
1994 weitere Mehrfarbenrotations- und 6-Farben Bogenoffsetdruckmaschine am Standort Johannes-Gutenberg-Straße
1994/95 Abbruch Fa. Gutenberg am Standort Wiener Straße
2000 die Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg wird von Leykam Druck Graz übernommen
2018 Kooperation mit Print Alliance HAV Produktions GmbH, Bad Vöslau
Dr. Hermann Mayrhofer von der Topothek Wiener Neustadt kann diese Daten wie folgt ergänzen:
1922 Im September gründeten die Gewerkschaft, der Konsumverein und der Verein Arbeiterheim die Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg GmbH
Am 20. September erfolgte die Konzessionserteilung für das Buchdruckereigewerbe
1924 Am 31. Oktober wird die bisherige Gesellschaft aufgelöst und unter der Bezeichnung Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg O. Helmer & Co in eine offene Handelsgesellschaft (OHG) umgewandelt.
1925 Am 23. Oktober erteilt der NÖ Landeshauptmann der Firma die Konzession zum Betrieb des Buchdruckereigewerbes und des Buch-, Kunst- und Musikalienhandels im Standort Wiener Neustadt, Wiener Straße 66. Oskar Helmer wird verantwortlicher Geschäftsführer.
Untermauert werden diese Daten mit zwei Fotos – eines datiert mit 30. Jänner 1924 –, die zum damaligen Zeitpunkt schon eine verhältnismäßig große Mitarbeiterzahl zeigen.
Beschreibung:
Der Lithografen-Stein in der Wienerstraße ist ein Denkmal der besonderen Art: Es erinnert nicht nur an die hier ansässige Druckerei Gutenberg, sondern erzählt auch von einer Drucktechnik, die in ihrer Zeit für qualitativ hochwertige Ergebnisse sorgte – und selbst heute noch vereinzelt im Kunstdruck eingesetzt wird.
Mit diesem Stein wurde ein Stadtplan von Graz vom März 1949 gedruckt.
Details
| Gemeindename | Wiener Neustadt |
| Gemeindekennzahl | 30401 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Lithografen-Stein |
| Objektkategorie | 1610 ( Gedenktafeln, -steine an Objekten oder freistehend | Erinnerungsmale | ) |
| Katastralgemeinde | |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | 274/1 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Wienerstraße 62 |
| Längengrad | 16.14749 |
| Breitengrad | 47.49054 |
| denkmalgeschützt | nicht geschuetzt |
| Höhe (m) | 1.22 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Breite (m) | 0.96 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Tiefe (m) | 0.9 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Zustandsklassifizierung | sanierungsbedürftig |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | Der Lithografen-Stein in der Wienerstraße ist ein Denkmal der besonderen Art: Es erinnert nicht nur an die hier ansässige Druckerei Gutenberg, sondern erzählt auch von einer Drucktechnik, die in ihrer Zeit für qualitativ hochwertige Ergebnisse sorgte – und selbst heute noch vereinzelt im Kunstdruck eingesetzt wird. Mit diesem Stein wurde ein Stadtplan von Graz vom März 1949 gedruckt. |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details | Bei diesem Druckverfahren dient ein spezieller Kalkstein als Trägermaterial für die Druckvorlage. Das Material wird in verschiedenen Qualitäten und unter verschiedenen Bezeichnungen angeboten. So wird der aus der Zeit des Altmühl-Juras stammende Plattenkalk auch als Lithografenschiefer bezeichnet. Er wurde und wird etwa in Solnhofen auf der Fränkischen Alb in Bayern, bei Dijon in Frankreich und in Solothurn in der Schweiz abgebaut. Unter den Bezeichnungen Solnhofener Kalkstein, Solnhofer Platten oder nur Solhofener eroberte sich das Material einen Weltmarkt – bis 1913 der Offsetdruck das Steindruckverfahren ablöste. Es werden zwei Qualitäten unterschieden: Der gelbe Stein ist von geringer Qualität und wird schon seit der Römerzeit für Treppen und Bodenfliesen verwendet. Er führt aber im Freien zu Aufrauhungen und Abplatzungen (etwa wie im Neukloster-Kreuzgang) und wurde unter anderem für den Bodenbelag des Wiener Stephansdomes verwendet. Der graue Stein liefert die besseren Druckergebnisse. Druckverfahren: Für die Lithographie werden Steine mit einer Stärke/Dicke von 5 bis 10 cm verwendet, die Oberfläche muss absolut plan sein und wird daher zuerst geschliffen. Vorteil des Materials: Es kann mehrfach verwendet werden, wenn die vorherige Druckvorlage abgeschliffen wurde. Um dem Druck der Presse Stand zu halten, wird der abgeschliffene Druckstein auf einen anderen Stein aufgedoppelt, um so die erforderliche Stärke/Dicke zu erhalten. Das Vorbereiten der Druckvorlage ist ein mehrstufiger Prozess und abhängig von dem, was und in welcher Auflage gedruckt werden soll. Aktien und Landkarten werden geritzt und geätzt, künstlerische Darstellungen können mit Pinsel gezeichnet oder aufgetragen werden. Oberstes Gebot: Keine Verschmutzungen (Fingerabdrücke) auf der Druckplatte. |
| Zeitkategorie | 20. Jahrhundert |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Unternehmensgeschichte [Firmenversion]: 1926 Gründung der Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg am Standort Wiener Straße [Buchdruck] 1970 Bogenoffset-Mehrfarbendruck 1988 Einstellung der Verlagstätigkeit, erste Rollenoffsetdruckmaschine 1989 erster Bauabschnitt Johannes-Gutenberg-Straße, die neue Mehrfarbenrotationsdruckmaschine ermöglicht Magazin- und Zeitschriftendruck 1993 Juni, Brand in der Wiener Straße 1994 weitere Mehrfarbenrotations- und 6-Farben Bogenoffsetdruckmaschine am Standort Johannes-Gutenberg-Straße 1994/95 Abbruch Fa. Gutenberg am Standort Wiener Straße 2000 die Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg wird von Leykam Druck Graz übernommen 2018 Kooperation mit Print Alliance HAV Produktions GmbH, Bad Vöslau Dr. Hermann Mayrhofer von der Topothek Wiener Neustadt kann diese Daten wie folgt ergänzen: 1922 Im September gründeten die Gewerkschaft, der Konsumverein und der Verein Arbeiterheim die Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg GmbH Am 20. September erfolgte die Konzessionserteilung für das Buchdruckereigewerbe 1924 Am 31. Oktober wird die bisherige Gesellschaft aufgelöst und unter der Bezeichnung Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg O. Helmer & Co in eine offene Handelsgesellschaft (OHG) umgewandelt. 1925 Am 23. Oktober erteilt der NÖ Landeshauptmann der Firma die Konzession zum Betrieb des Buchdruckereigewerbes und des Buch-, Kunst- und Musikalienhandels im Standort Wiener Neustadt, Wiener Straße 66. Oskar Helmer wird verantwortlicher Geschäftsführer. Untermauert werden diese Daten mit zwei Fotos – eines datiert mit 30. Jänner 1924 –, die zum damaligen Zeitpunkt schon eine verhältnismäßig große Mitarbeiterzahl zeigen. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) |
| Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | Druck- und Verlagsanstalt Gutenberg Wiener Neustadt Topothek Wiener Neustadt, Dr. Hermann Mayrhofer |
| Datum der Erfassung | 2026-03-01 |
| Datum der letzten Bearbeitung | 2026-03-01 |
| letzter Bearbeiter | Elmar Hruby |
