Kapelle am Mühlenweg

Religiöse KleindenkmälerKapellen und GrottenKapellen

Gemeinde: Purgstall an der Erlauf

Zeitkategorie: --

Chronik:

Am Mühlenweg befindet sich am rechten Erlaufufer beim Haus Mühlenweg 16 direkt an der Erlaufbrücke die Kapelle des Verkehrsvereines Purgstall.
Diese Kapelle ist bereits in den Karten der Josephinische Landesaufnahme der Jahre 1763 – 1787 eingezeichnet.

Benefiziat Coelestin Schachinger schreibt 1913 im Buch „Geschichte des Marktes Purgstall a. d. Erlauf“: „Am Ufer der Erlauf oberhalb Purgstall vor dem Eingange zur Fabrik der Brüder Vogel (richtige Schreibweise „Vogl“) steht eine ältere Kapelle, welche außer dem Bilde des hl. Florian noch eine hl. Rosalia und einen hl. Johann d. T. beherbergt. Interessant darin ist die altertümliche Laterne mit rautenförmig geschliffenen Gläsern.“
Coelestin Schachinger schrieb, dass es sich bei einem Bild um die Heilige Rosalia handelt. Dies ist nicht richtig, es handelt sich anhand der Darstellung um die Heilige Margareta von Antiochien. Sie gehört zu den 14 Nothelfern und ist als Jungfrau mit Krone, Hand- oder Stabkreuz und Drache, den sie an der Leine führt, dargestellt. Bei den Bildern handelt es sich um ein paar seltene Heiligendarstellungen, die aus dem 18. Jahrhundert stammen.
Alois Maria Wolfram schreibt zu dieser Kapelle in seinem Erhebungsbericht: „Die Laterne ist noch vorhanden. Das „V“ im Gitter weist auf die früheren Besitzer, die Brüder Vogl, hin, welche das Gittertor laut Aussage einer Tochter eines der beiden Brüder neu angeschafft haben.“
Am 8. Juni 1936 erwarb der „Verschönerungsverein Purgstall“ unter Obmann Josef Fabris vom Spar- und Vorschussverein für Ruprechtshofen und Umgebung die Grundstücke Nummer 32/5 und 32/6 der Einlagezahl 9, Katastralgemeinde Zehnbach um einen Kaufpreis von zehn Schilling. Der niedrige Kaufpreis ergab sich daraus, dass die genannten Grundstücke eine Uferböschung darstellten und daher unproduktiv waren. Auf der Grundparzelle Nummer 32/6 befindet sich auch die Kapelle am Mühlenweg.
Seit dieser Zeit steht die Kapelle am Mühlenweg im Besitz des Verschönerungsvereines Purgstall“, dem jetzigen Tourismusverein.
Im Jahr 1996 wurde eine Neuwahl des Verkehrsvereines durchgeführt. Nach der Wahl erfuhren die neuen Funktionäre von Seiten der Marktgemeinde Purgstall, dass der Verein auch Besitzer der Ufergrundstücke am Mühlenweg, sowie Eigentümer der dort befindlichen Kapelle sei. Weiters wurde ihnen mitgeteilt, dass sich die Bilder der Kapelle schon seit längerer Zeit „angeblich“ beim Bundesdenkmalamt befinden.
Man kontaktierte das Bundesdenkmalamt, von wo mitgeteilt wurde, dass die beiden Bilder (Heiliger Johannes und Heilige Margareta) zur Restaurierung seit 1990 beim Bundesdenkmalamt wären. Damals wären die beiden Bilder vom Bundesdenkmalamt unentgeltlich restauriert worden, wenn von Seiten der Verantwortlichen ein Ansuchen gestellt worden wäre. Ein solches traf beim Bundesdenkmalamt leider nicht ein. Im Sommer 1993 übergab das Bundesdenkmalamt daher die Bilder an den akademischen Maler Mag. Dieter Höfer in Wien.
Da die Bilder im Eigentum des Verkehrsvereines waren und auf Grund mangelnder Vereinstätigkeit sich niemand um diese und um die Kapelle annahm und auch keine Geldmittel für deren Restaurierung aufgetrieben wurden, verblieben die Bilder vorerst drei Jahre lang beim Bundesdenkmalamt und anschließend drei Jahre beim Restaurator.
Man rief eine Aktion zur Rettung der Bilder und der Kapelle ins Leben.
Nachdem genügend Spenden aufgetrieben werden konnten, wurden die drei Bilder von Mag. Dieter Höfer restauriert.
Die Restaurierung der Kapelle verzögerte sich, da eine Brückenverbreiterung geplant war. Einige Personen wollten daher die Kapelle abreißen und etwas weiter von der Brücke entfernt neu aufbauen. Der Vereinsvorstand stimmte diesen Anträgen nicht zu. Eine Brückenverbreiterung fand nicht statt, weshalb für die Fußgänger ein eigener Übergang auf der Südseite der Brücke angebracht wurde.
Im Jahr 2002 konnte die Restaurierung der Kapelle vollendet werden. Durch die leichte Schräglage wurde auf der Rückseite eine kleine Stützmauer errichtet, um die Kapelle zu stabilisieren.
Da zu dieser Zeit viele alte Bilder aus Kapellen gestohlen wurden, entschloss man sich, die beiden wertvollen Originalbilder des Heiligen Johannes und der Heiligen Margareta als Leihgabe der Pfarrkirche Purgstall zu übergeben. Die Bilder wurden in der Kirche in Feichsen angebracht. Die Purgstaller Künstlerin Barbara Schoberberger fertigte von den Original-Bildern zwei Kopien an, die auf Holz gemalt wurden, die nun die Kapelle am Mühlenweg zieren. Das Originalbild des Heiligen Florian wurde nach dessen Restaurierung wieder in die Kapelle gehängt.
Am Pfingstsonntag, den 19. Mai 2002, wurde die renovierte Kapelle von Pfarrer Mag. Franz Kronister im Rahmen einer Maiandacht gesegnet.

Beschreibung:

Details

Gemeindename Purgstall an der Erlauf
Gemeindekennzahl 32008
Ortsübliche Bezeichnung Kapelle am Mühlenweg
Objektkategorie 1512 ( Religiöse Kleindenkmäler | Kapellen und Grotten | Kapellen)

Katastralgemeinde Zehnbach -- GEM Purgstall an der Erlauf
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer
Ortschafts- bzw. Ortsteil 3251 Purgstall an der Erlauf
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Mühlenweg 16
Längengrad 15.133908
Breitengrad 48.052049

denkmalgeschützt geschuetzt

Höhe (m) 3.62
gemessen od. geschätzt gemessen
Breite (m) 2.11
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 1.72
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung sehr gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik)
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details

Zeitkategorie --
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Am Mühlenweg befindet sich am rechten Erlaufufer beim Haus Mühlenweg 16 direkt an der Erlaufbrücke die Kapelle des Verkehrsvereines Purgstall.
Diese Kapelle ist bereits in den Karten der Josephinische Landesaufnahme der Jahre 1763 – 1787 eingezeichnet.

Benefiziat Coelestin Schachinger schreibt 1913 im Buch „Geschichte des Marktes Purgstall a. d. Erlauf“: „Am Ufer der Erlauf oberhalb Purgstall vor dem Eingange zur Fabrik der Brüder Vogel (richtige Schreibweise „Vogl“) steht eine ältere Kapelle, welche außer dem Bilde des hl. Florian noch eine hl. Rosalia und einen hl. Johann d. T. beherbergt. Interessant darin ist die altertümliche Laterne mit rautenförmig geschliffenen Gläsern.“
Coelestin Schachinger schrieb, dass es sich bei einem Bild um die Heilige Rosalia handelt. Dies ist nicht richtig, es handelt sich anhand der Darstellung um die Heilige Margareta von Antiochien. Sie gehört zu den 14 Nothelfern und ist als Jungfrau mit Krone, Hand- oder Stabkreuz und Drache, den sie an der Leine führt, dargestellt. Bei den Bildern handelt es sich um ein paar seltene Heiligendarstellungen, die aus dem 18. Jahrhundert stammen.
Alois Maria Wolfram schreibt zu dieser Kapelle in seinem Erhebungsbericht: „Die Laterne ist noch vorhanden. Das „V“ im Gitter weist auf die früheren Besitzer, die Brüder Vogl, hin, welche das Gittertor laut Aussage einer Tochter eines der beiden Brüder neu angeschafft haben.“
Am 8. Juni 1936 erwarb der „Verschönerungsverein Purgstall“ unter Obmann Josef Fabris vom Spar- und Vorschussverein für Ruprechtshofen und Umgebung die Grundstücke Nummer 32/5 und 32/6 der Einlagezahl 9, Katastralgemeinde Zehnbach um einen Kaufpreis von zehn Schilling. Der niedrige Kaufpreis ergab sich daraus, dass die genannten Grundstücke eine Uferböschung darstellten und daher unproduktiv waren. Auf der Grundparzelle Nummer 32/6 befindet sich auch die Kapelle am Mühlenweg.
Seit dieser Zeit steht die Kapelle am Mühlenweg im Besitz des Verschönerungsvereines Purgstall“, dem jetzigen Tourismusverein.
Im Jahr 1996 wurde eine Neuwahl des Verkehrsvereines durchgeführt. Nach der Wahl erfuhren die neuen Funktionäre von Seiten der Marktgemeinde Purgstall, dass der Verein auch Besitzer der Ufergrundstücke am Mühlenweg, sowie Eigentümer der dort befindlichen Kapelle sei. Weiters wurde ihnen mitgeteilt, dass sich die Bilder der Kapelle schon seit längerer Zeit „angeblich“ beim Bundesdenkmalamt befinden.
Man kontaktierte das Bundesdenkmalamt, von wo mitgeteilt wurde, dass die beiden Bilder (Heiliger Johannes und Heilige Margareta) zur Restaurierung seit 1990 beim Bundesdenkmalamt wären. Damals wären die beiden Bilder vom Bundesdenkmalamt unentgeltlich restauriert worden, wenn von Seiten der Verantwortlichen ein Ansuchen gestellt worden wäre. Ein solches traf beim Bundesdenkmalamt leider nicht ein. Im Sommer 1993 übergab das Bundesdenkmalamt daher die Bilder an den akademischen Maler Mag. Dieter Höfer in Wien.
Da die Bilder im Eigentum des Verkehrsvereines waren und auf Grund mangelnder Vereinstätigkeit sich niemand um diese und um die Kapelle annahm und auch keine Geldmittel für deren Restaurierung aufgetrieben wurden, verblieben die Bilder vorerst drei Jahre lang beim Bundesdenkmalamt und anschließend drei Jahre beim Restaurator.
Man rief eine Aktion zur Rettung der Bilder und der Kapelle ins Leben.
Nachdem genügend Spenden aufgetrieben werden konnten, wurden die drei Bilder von Mag. Dieter Höfer restauriert.
Die Restaurierung der Kapelle verzögerte sich, da eine Brückenverbreiterung geplant war. Einige Personen wollten daher die Kapelle abreißen und etwas weiter von der Brücke entfernt neu aufbauen. Der Vereinsvorstand stimmte diesen Anträgen nicht zu. Eine Brückenverbreiterung fand nicht statt, weshalb für die Fußgänger ein eigener Übergang auf der Südseite der Brücke angebracht wurde.
Im Jahr 2002 konnte die Restaurierung der Kapelle vollendet werden. Durch die leichte Schräglage wurde auf der Rückseite eine kleine Stützmauer errichtet, um die Kapelle zu stabilisieren.
Da zu dieser Zeit viele alte Bilder aus Kapellen gestohlen wurden, entschloss man sich, die beiden wertvollen Originalbilder des Heiligen Johannes und der Heiligen Margareta als Leihgabe der Pfarrkirche Purgstall zu übergeben. Die Bilder wurden in der Kirche in Feichsen angebracht. Die Purgstaller Künstlerin Barbara Schoberberger fertigte von den Original-Bildern zwei Kopien an, die auf Holz gemalt wurden, die nun die Kapelle am Mühlenweg zieren. Das Originalbild des Heiligen Florian wurde nach dessen Restaurierung wieder in die Kapelle gehängt.
Am Pfingstsonntag, den 19. Mai 2002, wurde die renovierte Kapelle von Pfarrer Mag. Franz Kronister im Rahmen einer Maiandacht gesegnet.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) Weitere Informationen:

Im Buch „Purgstall – Religiöse Kleindenkmäler“
Im Film „Purgstall – Religiöse Kleindenkmäler – Feste und Feiern“
Bestellung unter: www.erlauftalerbildungskreis.at

Kapelle am Mühlenweg
2005
Franz Wiesenhofer

Kapelle am Mühlenweg - Lage
2005
Franz Wiesenhofer

Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Wiesenhofer, Franz u. Wiesenhofer, Hildegard: Purgstall - Religiöse Kleindenkmäler. Purgstall 2005.

Michaela Wiesenhofer
Datum der Erfassung 2016-04-20
Datum der letzten Bearbeitung 2016-05-24

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