Kogelsteine

Kulturhistorische Natur- und SteindenkmälerKultsteine

Gemeinde: Straning-Grafenberg

Zeitkategorie:

Chronik:

Bereits vor etwa 500 Millionen Jahren gab es bei der Böhmischen Masse Gebirgsbildungsphasen. In dieser Zeit kam auch der Maissauer Granit als Schmelze aus der Tiefe in die umgebenden Gesteine der Erdkruste, kühlte ab und erstarrte. Große Kristalle entstanden. Spätere gebirgsbildende Vorgänge und Abtragungen brachten den Granit an die Erdoberfläche. Am 4. Mai 2009 wurde das Gebiet zwischen den Kogelsteinen (Grafenberg) und der Fehhaube (Stoitzendorf) als neues Naturschutzgebiet eröffnet. Am 22. Mai 2010 wurde dann der Verein 'Freunde des Naturschutzgebietes Kogelsteine' gegründet, dessen Ziel es ist, den Erhalt der Umwelt, den Lebensraum für Pflanzen und Tiere und das Erholungsgebiet für uns Menschen sicherzustellen und zu pflegen.

Beschreibung:

Die Kogelsteine liegen nordöstlich von Grafenberg. Sie sind sogenannte Granitrestlinge, das Ergebnis geologischer Vorgänge. Eine 160 km lange Seitenverschiebungs- und Bruchzone von Melk über Krems bis Zellerndorf bzw. von Retz bis Znaim, die 'Diendorfer Störung' zerteilte Granitblöcke und ließ so quader- und turmartige Gestalten entstehen. Durch Verwitterung, besonders durch den Westwind wurden diese Granitquader zu ihrer heutigen Form zugeschliffen. Das nennt man 'Wollsackverwitterung', weil die Granitblöcke wie Wollsäcke übereinander gestapelt liegen. Durch ihr natürliches Aussehen haben sie Denkmalcharakter erhalten.

Details

Gemeindename Straning-Grafenberg
Gemeindekennzahl 31130
Ortsübliche Bezeichnung Kogelsteine
Objektkategorie 1203 ( Kulturhistorische Natur- und Steindenkmäler | | Kultsteine)

Katastralgemeinde Grafenberg -- GEM Straning-Grafenberg
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 2024/1
Ortschafts- bzw. Ortsteil
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Ried: Kogeln
Längengrad 15.85408
Breitengrad 48.6409

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 6
gemessen od. geschätzt gemessen
Breite (m) 2.5
gemessen od. geschätzt geschätzt
Tiefe (m) 2
gemessen od. geschätzt geschätzt

Zustandsklassifizierung --
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Die Kogelsteine liegen nordöstlich von Grafenberg. Sie sind sogenannte Granitrestlinge, das Ergebnis geologischer Vorgänge. Eine 160 km lange Seitenverschiebungs- und Bruchzone von Melk über Krems bis Zellerndorf bzw. von Retz bis Znaim, die 'Diendorfer Störung' zerteilte Granitblöcke und ließ so quader- und turmartige Gestalten entstehen. Durch Verwitterung, besonders durch den Westwind wurden diese Granitquader zu ihrer heutigen Form zugeschliffen. Das nennt man 'Wollsackverwitterung', weil die Granitblöcke wie Wollsäcke übereinander gestapelt liegen. Durch ihr natürliches Aussehen haben sie Denkmalcharakter erhalten.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Der bekannteste und höchste Stein der Kogelgruppe, der 'Wächter', weist eine plattige Ablösung parallel zur Erdoberfläche auf. Beim 'Pilz' ist die Winderosion gut zu erkennen. Der Wind führte Löss mit und schliff wie ein Sandstrahlgebläse die Hohlkehlen des Steines aus. Beim Blick durch den Spalt des 'Venussteines (Spaltstein)' zur Sommersonnenwende sieht man bei Sonnenaufgang direkt in die Sonnenscheibe. Auch ein Wackelstein befindet sich unter den Granitblöcken. Wackelsteine sind durch Wollsackverwitterung entstandene Granitfelsblöcke, die durch Menschenhand in Schwingung gebracht werden können und dabei auf ihrer Unterlage balancieren.

Zeitkategorie
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Bereits vor etwa 500 Millionen Jahren gab es bei der Böhmischen Masse Gebirgsbildungsphasen. In dieser Zeit kam auch der Maissauer Granit als Schmelze aus der Tiefe in die umgebenden Gesteine der Erdkruste, kühlte ab und erstarrte. Große Kristalle entstanden. Spätere gebirgsbildende Vorgänge und Abtragungen brachten den Granit an die Erdoberfläche. Am 4. Mai 2009 wurde das Gebiet zwischen den Kogelsteinen (Grafenberg) und der Fehhaube (Stoitzendorf) als neues Naturschutzgebiet eröffnet. Am 22. Mai 2010 wurde dann der Verein 'Freunde des Naturschutzgebietes Kogelsteine' gegründet, dessen Ziel es ist, den Erhalt der Umwelt, den Lebensraum für Pflanzen und Tiere und das Erholungsgebiet für uns Menschen sicherzustellen und zu pflegen.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) Die Steine auf dem Kogel- und Stoitzenberge (Sage von Karl Süß, Oberlehrer in Reinprechtspölla): Östlich von Eggenburg, zwischen Grafenberg und Stoitzendorf, erhebt sich der Kogelberg, nördlich von diesem, zwischen Stoitzendorf und Roggendorf, der Stoitzenberg. Beide zeigen auf ihren Gipfeln und den oberen Hängen zahlreiche große, rundliche Steinblöcke. Wie diese dahingelangten, darüber erzählt die Sage Folgendes: Vor vielen, vielen Jahren stand eines Tages ein Bäuerlein beklommenen Herzens vor seinem Acker nächst dem Kogelberge. Die vielen großen Steine, welche den Acker bedeckten und die der Bauer nicht wegzuräumen vermochte, hatten seinen Fleiß zu schanden gemacht. Die Aussaat und die saure Arbeit waren umsonst gewesen. Bald aber schlug die trübe Stimmung des Landmannes in den Zorn der Verzweiflung um, und er fing an, greulich zu fluchen und Gott zu lästern. Plötzlich bemerkte er neben sich einen Fremden, ohne dass er ihn hatte kommen sehn. Der Unbekannte wusste sich schnell das Zutrauen des Bauern zu erwerben, und als ihm dieser die Ursache des Kummers mitteilte, machte er sich erbötig, den Acker von den Steinen zu säubern. Freudig überrascht horchte der Bauer auf, als dann der Fremde als Lohn für seine Arbeit des Bauern Seele forderte, ging dieser, ohne sich zu besinnen, den schrecklichen Vertrag ein. Sofort fasste der unheimliche Helfer eine Menge Steine in seine große Schürze, erhob sich mit ihnen in die Lüfte, um sie auf dem benachbarten Stoitzenberge abzuwerfen. Alsbald kehrte er zurück, um eine neue Last Steine zu holen. Dies wiederholte er noch einigemale. Mit frohem Erstaunen sah anfänglich der Bauer dem Werke des sonderbaren Fremden zu. Als er aber nach kurzer Weile sein Feld nahezu rein sah, trat in sein Gemüt Entsetzen und Reue anstelle der ersten Freude. Die Verpfändung der Seele fiel ihm drückend schwer aufs Herz. - Und wieder folg der Arge mit seiner Bürde gegen Norden; der zitternde Bauer aber machte in seiner Angst schier unwillkürlich das Zeichen des heiligen Kreuzes. In dem selben Augenblicke löste sich die Schürze des Fliegenden, und die in ihr befindlichen Steine kollerten auf den Abhange des Kogelberges nieder. Der Fremde aber verschwand wie er gekommen und wurde nicht mehr gesehen.



Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen 1. Buch: Unser Horner Gau in Geschichte und Sage (von Karl Süß, Oberlehrer in Reinprechtspölla, 1920) 2. Festschrift der Marktgemeinde Straning-Grafenberg, Artikel von Univ.Prof. Fritz Steininger, 1989 3. Broschüren der Tourismus-Information Eggenburg und des Naturschutzbundes

Elisabeth Prokop
Datum der Erfassung 2001-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2001-01-01

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