Nußdorf ob der Traisen
Gemeinde: Nußdorf ob der Traisen
Zeitkategorie: 20. Jahrhundert, 1. Hälfte
Chronik:
Madonna von Fátima
Die hier dargestellte Marienfigur verweist auf die Marienerscheinungen von Fátima im Jahr 1917 in Portugal, bei denen Maria drei Hirtenkindern erschien. Diese Erscheinungen fanden rasch weltweite Verbreitung und wurden besonders im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bezugspunkt katholischer Frömmigkeit, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Krieg, politischer Unsicherheit und gesellschaftlichem Wandel.
Typisch für die Fátima-Darstellung ist der über den rechten Arm gelegte Rosenkranz, der auf die zentrale Botschaft der Erscheinungen hinweist: das beharrliche Gebet, insbesondere des Rosenkranzes, als Weg zu Frieden und Umkehr. Die gefalteten, betenden Hände unterstreichen die Haltung der Demut und Fürbitte, die Maria in Fátima verkörpert.
Die Darstellung in einer Grotte nimmt bewusst Bezug auf den Erscheinungsort Cova da Iria, der häufig in Form einer felsartigen Umgebung oder Nische nachempfunden wird. Grotten symbolisieren Schutz, Sammlung und das Geheimnisvolle des Göttlichen und sind seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Motiv in der Marienverehrung.
Beschreibung:
In einer Mauernische an der Vorderseite des Hauses angebracht mit einer Stuck-Umrandung und hinter einer Holzverkleidung mit einer Glasscheibe positioniert. Die Madonna ist eventuell aus Gips, eine Grottendarstellung und Kunststoffblumen umranden die Madonna, die auch eine Beleuchtung hat.
Details
| Gemeindename | Nußdorf ob der Traisen |
| Gemeindekennzahl | 31928 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Nußdorf ob der Traisen |
| Objektkategorie | 3101 ( Statuen und Bilder | | Hausbilder) |
| Katastralgemeinde | |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | 51/2 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | Nußdorf ob der Traisen |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Wetterkreuzgasse 8 |
| Längengrad | 15.69575 |
| Breitengrad | 48.35617 |
| denkmalgeschützt | nicht geschuetzt |
| Höhe (m) | 0.8 |
| gemessen od. geschätzt | geschätzt |
| Breite (m) | 0.5 |
| gemessen od. geschätzt | geschätzt |
| Tiefe (m) | 0.3 |
| gemessen od. geschätzt | geschätzt |
| Zustandsklassifizierung | gut |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | In einer Mauernische an der Vorderseite des Hauses angebracht mit einer Stuck-Umrandung und hinter einer Holzverkleidung mit einer Glasscheibe positioniert. Die Madonna ist eventuell aus Gips, eine Grottendarstellung und Kunststoffblumen umranden die Madonna, die auch eine Beleuchtung hat. |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details | Volksreligiöse Einordnung Eine Fátima-Darstellung in einer Hausnische verbindet weltkirchliche Marienverehrung mit regionaler Volksfrömmigkeit. Sie steht für das Vertrauen in Marias Fürsprache, für den Wunsch nach Schutz des Hauses und der Bewohner sowie für die Einbindung des privaten Lebensraumes in den religiösen Jahres- und Lebenskreis. In Nußdorf ob der Traisen fügt sich diese Hausnische somit in eine lange Tradition christlicher Bildzeichen ein, die Glauben, Geschichte und Alltagsleben sichtbar miteinander verbinden. |
| Zeitkategorie | 20. Jahrhundert, 1. Hälfte |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Madonna von Fátima Die hier dargestellte Marienfigur verweist auf die Marienerscheinungen von Fátima im Jahr 1917 in Portugal, bei denen Maria drei Hirtenkindern erschien. Diese Erscheinungen fanden rasch weltweite Verbreitung und wurden besonders im 20. Jahrhundert zu einem wichtigen Bezugspunkt katholischer Frömmigkeit, nicht zuletzt vor dem Hintergrund von Krieg, politischer Unsicherheit und gesellschaftlichem Wandel. Typisch für die Fátima-Darstellung ist der über den rechten Arm gelegte Rosenkranz, der auf die zentrale Botschaft der Erscheinungen hinweist: das beharrliche Gebet, insbesondere des Rosenkranzes, als Weg zu Frieden und Umkehr. Die gefalteten, betenden Hände unterstreichen die Haltung der Demut und Fürbitte, die Maria in Fátima verkörpert. Die Darstellung in einer Grotte nimmt bewusst Bezug auf den Erscheinungsort Cova da Iria, der häufig in Form einer felsartigen Umgebung oder Nische nachempfunden wird. Grotten symbolisieren Schutz, Sammlung und das Geheimnisvolle des Göttlichen und sind seit dem 19. Jahrhundert ein beliebtes Motiv in der Marienverehrung. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) | Hausnischen und ihre religiöse Bedeutung Hausnischen sind ein fester Bestandteil der mitteleuropäischen, insbesondere der niederösterreichischen Volksfrömmigkeit. Sie finden sich vor allem an bäuerlichen Wohnhäusern, Winzerhäusern und Bürgerhäusern und dienten seit dem Spätmittelalter als sichtbarer Ausdruck des christlichen Glaubens im Alltag. In ihnen wurden Darstellungen von Maria, Christus oder beliebten Heiligen angebracht, um Haus und Hof unter göttlichen Schutz zu stellen, Dankbarkeit auszudrücken oder in Zeiten von Not, Krankheit und Gefahr um Beistand zu bitten. Im Unterschied zu freistehenden Bildstöcken oder Wegkapellen sind Hausnischen eng mit der Familie und ihrer Geschichte verbunden. Sie verweisen auf persönliche Gelübde, überlieferte Frömmigkeitsformen oder auf besondere historische Ereignisse wie Kriegszeiten, Seuchen oder Naturkatastrophen. Gerade in Weinbau- und Dorfregionen wie dem unteren Traisental sind Hausnischen bis heute Teil des gewachsenen Ortsbildes und Ausdruck gelebter religiöser Tradition. |
| Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen | Volkskundliche Fachliteratur zur religiösen Kleindenkmalpflege in Niederösterreich; offizielle Darstellungen des Wallfahrtsortes Fátima. Archiv-Sammlung Walter Pernikl |
| Datum der Erfassung | 2026-01-18 |
| Datum der letzten Bearbeitung | 2026-01-18 |
| letzter Bearbeiter | Walter Pernikl |
