Gerichtsmarterl

RechtsdenkmälerStrafrechtsdenkmälerGalgen und Richtplätze

Gemeinde: Weitersfeld

Zeitkategorie: 20. Jahrhundert, 2. Hälfte

Chronik:

Weitersfeld hatte früher eine eigene Gerichtsbarkeit. Der Marktrichter war für Vergehen und Verbrechen zuständig. Für leichtere Vergehen wurde man zur Strafe an den Pranger gestellt. Die schwerste Strafe war der Tod durch den Galgen, der an dieser Stelle stand. Er war daher weithin sichtbar. Das Hängen am Galgen sollte eine Warnung und Abschreckung für alle anderen Bewohner sein. Im Laufe der Jahre sollen an diesem Galgen 28 Bauern gehängt worden sein. Die Gehängten sollen dann mit dem Gesicht in Richtung Ober - Markersdorf eingegraben worden sein, damit sie Weitersfeld nie mehr sehen konnten (mündl. Überlieferung!). Die tatsächliche Gerichtsstätte war 50 - 100 m östlich vom Marterl. Das Marterl wurde 1983 errichtet. Das Bild wurde 2012 von Hr. Franz Spindler aus Weitersfeld 228 neu gemalt.

Beschreibung:

Das einfache Holzkreuz steht auf einem großen viereckigen, aus gehauenen Steinen gemauerten Sockel. Auf dem von Franz Spindler (Weitersfeld) gemalten Bild an der Basis des Kreuzes wird die 5. Kreuzwegstation dargestellt. Die Aufschrift heißt: 'SIMON VON ZYRENE HILFT JESUS DAS KREUZ TRAGEN'. Inschrift: „Gerichtsmarterl auf der geschichtlichen Richtstätte (Galgen): 1549“

Details

Gemeindename Weitersfeld
Gemeindekennzahl 31129
Ortsübliche Bezeichnung Gerichtsmarterl
Objektkategorie 1332 ( Rechtsdenkmäler | Strafrechtsdenkmäler | Galgen und Richtplätze)

Katastralgemeinde Weitersfeld -- GEM Weitersfeld
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 308
Ortschafts- bzw. Ortsteil Weitersfeld
Straße und Hausnummer bzw. Flurname
Längengrad 15.84813
Breitengrad 48.77059

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 3.8
gemessen od. geschätzt gemessen
Breite (m) 1.05
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 1.05
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Das einfache Holzkreuz steht auf einem großen viereckigen, aus gehauenen Steinen gemauerten Sockel. Auf dem von Franz Spindler (Weitersfeld) gemalten Bild an der Basis des Kreuzes wird die 5. Kreuzwegstation dargestellt. Die Aufschrift heißt: 'SIMON VON ZYRENE HILFT JESUS DAS KREUZ TRAGEN'. Inschrift: „Gerichtsmarterl auf der geschichtlichen Richtstätte (Galgen): 1549“
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details

Zeitkategorie 20. Jahrhundert, 2. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Weitersfeld hatte früher eine eigene Gerichtsbarkeit. Der Marktrichter war für Vergehen und Verbrechen zuständig. Für leichtere Vergehen wurde man zur Strafe an den Pranger gestellt. Die schwerste Strafe war der Tod durch den Galgen, der an dieser Stelle stand. Er war daher weithin sichtbar. Das Hängen am Galgen sollte eine Warnung und Abschreckung für alle anderen Bewohner sein. Im Laufe der Jahre sollen an diesem Galgen 28 Bauern gehängt worden sein. Die Gehängten sollen dann mit dem Gesicht in Richtung Ober - Markersdorf eingegraben worden sein, damit sie Weitersfeld nie mehr sehen konnten (mündl. Überlieferung!). Die tatsächliche Gerichtsstätte war 50 - 100 m östlich vom Marterl. Das Marterl wurde 1983 errichtet. Das Bild wurde 2012 von Hr. Franz Spindler aus Weitersfeld 228 neu gemalt.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher)






Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Vinzenz Hauer Schmidt, Friedrich / Sprung, Rupert: Flurdenkmale - Stille Zeugen unserer Gesellschaft, Weitersfeld, 2009, S. 284/285, Wfd 5

Rupert Sprung
Datum der Erfassung 2009-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2015-08-11
letzter Bearbeiter

Standort

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Vollständig erfasst

Das Gütesiegel des BHW kennzeichnet dieses Objekt als vollständig und fachlich korrekt erfasst und vom BHW Fachbereich Klein-und Flurdenkmäler geprüft.