Irrwastlbauer-Waage
Gemeinde: Neumarkt am Wallersee
Zeitkategorie: 20. Jahrhundert, 2. Hälfte
Chronik:
Die Auszeichnung 'Erbhof' zur ehrenden Hervorhebung des treuen Festhaltens an ererbtem bäuerlichem Besitz hat sich das Irrwastlgut in Pfongau ganz besonders verdient: Seit vier Jahrhunderten ist dieser Hof im Besitz der Familie Frauenschuh. Eine weitere Auszeichnung gebührt Rupert und Romana Frauenschuh für die mustergültige Renovierung und die künstlerische Fassadengestaltung aller Objekte des Bauernhofes. Der Anifer Künstler Reiner Maria Auer, ein Meister der Farbgestaltung, zeigte hier (im Jahr 2000), selbst wenn es um etwas Unspektakuläres wie eine Viehwaage geht, großen Einsatz und Schaffensfreude. Die Pfongauer Viehwaage wurde im Dezember 1958 angeschafft. Damals hatte die Waaggemeinschaft 21 Mitglieder, 2008 nur mehr 8. 1973 musste die Waage vom Zaunerwirt zum Irrwastlgut übersiedelt werden, und der Bau eines neuen Waaghäuschens war notwendig, weil die Liegenschaft Zaunerwirt verkauft wurde.
Beschreibung:
Im Nahbereich der gotischen St.-Martins-Kirche in Pfongau steht das Irrwastlgut. Bei der Viehwaage auf dem Gelände des Irrwastlgutes handelt es sich um eine Gemeinschaftswaage, die mehreren Pfongauer Bauern gehört. Die mechanische Standwaage weist eine Traglast von 1200 kg auf. Es ist eine Laufgewichts-Viehwaage, Typ 113 d, mit zwei Metalltüren und seitlichen Geländern, hergestellt von Fa. Josef Florenz aus Braunau. Die Plattform misst 100x190 cm. Gewogen werden Kühe, Kälber und Schweine; Die Waage wird nur mehr selten benützt, weil die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe stark zurückgegangen ist und Schlachtvieh nicht mehr lebend gewogen wird. Der Montag ist der Tag des Kälberverkaufs, da wird die Waage noch gebraucht. Der Spruchtext ist eine ironische Anspielung auf die Stadterhebung Neumarkts im Jahr 2000: 'In Pfongau, noch ist Dorf - nicht Stadt - ein Dorf - das diese Waage hat. Und würden in der Stadt nicht so viele Ochsen leben, so würd´ es hier nicht diese Waage geben.'
Details
| Gemeindename | Neumarkt am Wallersee |
| Gemeindekennzahl | 50324 |
| Ortsübliche Bezeichnung | Irrwastlbauer-Waage |
| Objektkategorie | 3400 ( Hauszeichen oder Spruchtexte | | ) |
| Katastralgemeinde | Neumarkt-Land -- GEM Neumarkt am Wallersee |
| Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer | .442 |
| Ortschafts- bzw. Ortsteil | Pfongau |
| Straße und Hausnummer bzw. Flurname | Pfongau 12 |
| Längengrad | |
| Breitengrad |
| denkmalgeschützt | nicht geschuetzt |
| Höhe (m) | 3.3 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Breite (m) | 2.55 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Tiefe (m) | 4.55 |
| gemessen od. geschätzt | gemessen |
| Zustandsklassifizierung | sehr gut |
| Falls sanierungsbedürftig od. ruinös: empfohlene Maßnahmen |
| Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) | Im Nahbereich der gotischen St.-Martins-Kirche in Pfongau steht das Irrwastlgut. Bei der Viehwaage auf dem Gelände des Irrwastlgutes handelt es sich um eine Gemeinschaftswaage, die mehreren Pfongauer Bauern gehört. Die mechanische Standwaage weist eine Traglast von 1200 kg auf. Es ist eine Laufgewichts-Viehwaage, Typ 113 d, mit zwei Metalltüren und seitlichen Geländern, hergestellt von Fa. Josef Florenz aus Braunau. Die Plattform misst 100x190 cm. Gewogen werden Kühe, Kälber und Schweine; Die Waage wird nur mehr selten benützt, weil die Zahl der landwirtschaftlichen Betriebe stark zurückgegangen ist und Schlachtvieh nicht mehr lebend gewogen wird. Der Montag ist der Tag des Kälberverkaufs, da wird die Waage noch gebraucht. Der Spruchtext ist eine ironische Anspielung auf die Stadterhebung Neumarkts im Jahr 2000: 'In Pfongau, noch ist Dorf - nicht Stadt - ein Dorf - das diese Waage hat. Und würden in der Stadt nicht so viele Ochsen leben, so würd´ es hier nicht diese Waage geben.' |
| Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details | Das bemerkenswerte, das Ortsbild prägende Ensemble, zum Dreiseithof gewachsen, besteht aus einem giebelständigen Haupthaus mit repräsentativer Südfassade und dem quer zur Firstrichtung angeordneten Wirtschaftstrakt. Die erhöhte Futtererzeugung durch verbesserte Produktionsmethoden hatte im Laufe der Zeit eine Vermehrung des Viehbestandes zur Folge, die zur Verlängerung des Stalles in Form einer Widerkehr nach beiden Seiten führte. Beim Bau des 'Viertelhauses', Pfongau 13, nahm man im Jahr 1990 auf das Erscheinungsbild des Bauernhauses Rücksicht, sowohl das Haupthaus als auch der Wirtschaftstrakt und das Zuhaus weisen ein Krüppelwalmdach mit markantem Schopf und einen prächtigen Blumenschmuck auf. Da passt alles, sogar die Viehwaage mit ihrem Waaghäuschen, gemauert und mit einem ziegelgedeckten Satteldach und vorne und hinten jeweils mit einer Tür versehen, ist Teil der einheitlichen Gestaltung. |
| Zeitkategorie | 20. Jahrhundert, 2. Hälfte |
| Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) | Die Auszeichnung 'Erbhof' zur ehrenden Hervorhebung des treuen Festhaltens an ererbtem bäuerlichem Besitz hat sich das Irrwastlgut in Pfongau ganz besonders verdient: Seit vier Jahrhunderten ist dieser Hof im Besitz der Familie Frauenschuh. Eine weitere Auszeichnung gebührt Rupert und Romana Frauenschuh für die mustergültige Renovierung und die künstlerische Fassadengestaltung aller Objekte des Bauernhofes. Der Anifer Künstler Reiner Maria Auer, ein Meister der Farbgestaltung, zeigte hier (im Jahr 2000), selbst wenn es um etwas Unspektakuläres wie eine Viehwaage geht, großen Einsatz und Schaffensfreude. Die Pfongauer Viehwaage wurde im Dezember 1958 angeschafft. Damals hatte die Waaggemeinschaft 21 Mitglieder, 2008 nur mehr 8. 1973 musste die Waage vom Zaunerwirt zum Irrwastlgut übersiedelt werden, und der Bau eines neuen Waaghäuschens war notwendig, weil die Liegenschaft Zaunerwirt verkauft wurde. |
| Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) |


