Hl. Sebastian

Freiplastikenreligiöse Freiplastikensonstige Heilige

Gemeinde: Poysdorf

Zeitkategorie: --

Chronik:

Beschreibung:

Die Freiplastik aus Kunststein, die auf einem 80 cm hohen Pressstein einer alten Steinpresse befestigt wurde, erinnert an die Geschichte der Kellergasse Folda, wo sich einst der Pestfriedhof von Wilhelmsdorf befand. Ein Pressstein (auch Baumstein oder Hengststein genannt) ist ein schwerer, meist aus Stein gehauener Klotz, der als Gegengewicht bei historischen Wein- oder Obstpressen diente.
Die Statue wurde von Robert Zangl gespendet und von Martin Messinger gefertigt. Das Objekt wurde im Rahmen eines Kellerfestes des Verschönerungsvereins Wilhelmsdorf im August 2026 in der Kellergasse Folda feierlich enthüllt und von Stadtpfarrer Dechant Kolo gesegnet.

Details

Gemeindename Poysdorf
Gemeindekennzahl 31644
Ortsübliche Bezeichnung Hl. Sebastian
Objektkategorie 1714 ( Freiplastiken | religiöse Freiplastiken | sonstige Heilige)

Katastralgemeinde Wilhelmsdorf -- GEM Poysdorf
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 254
Ortschafts- bzw. Ortsteil KG Wilhelmsdorf, Gemeinde Poysdorf
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Kellergasse Folda
Längengrad 16.609522
Breitengrad 48.670522

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 0.9
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 0.5
gemessen od. geschätzt geschätzt
Tiefe (m)
gemessen od. geschätzt --

Zustandsklassifizierung sehr gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Die Freiplastik aus Kunststein, die auf einem 80 cm hohen Pressstein einer alten Steinpresse befestigt wurde, erinnert an die Geschichte der Kellergasse Folda, wo sich einst der Pestfriedhof von Wilhelmsdorf befand. Ein Pressstein (auch Baumstein oder Hengststein genannt) ist ein schwerer, meist aus Stein gehauener Klotz, der als Gegengewicht bei historischen Wein- oder Obstpressen diente.
Die Statue wurde von Robert Zangl gespendet und von Martin Messinger gefertigt. Das Objekt wurde im Rahmen eines Kellerfestes des Verschönerungsvereins Wilhelmsdorf im August 2026 in der Kellergasse Folda feierlich enthüllt und von Stadtpfarrer Dechant Kolo gesegnet.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details

Zeitkategorie --
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen)
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) In den Überlieferungen zu Poysdorf finden sich vor allem zwei schwere Pestzeiten: Erst wird 1645 als ein ausgesprochenes Unglücksjahr für den Ort beschrieben. Zuvor war der Ort bereits durch den Dreißigjährigen Krieg und den Einfall der Schweden belastet. Im Winter 1645/46 brach dann die Pest aus und kostete neben vielen Flüchtlingen auch der Hälfte der Poysdorfer Bevölkerung das Leben. Das erklärt auch, warum die folgenden Jahrzehnte für Poysdorf eine Zeit des Wiederaufbaus waren. Das Bürgerspital wurde 1657 gegründet, die dazugehörige Kapelle 1663 errichtet.

Noch interessanter ist die Überlieferung von 1679/80. Damals wütete die Pest in zahlreichen Orten rund um Poysdorf. Besonders betroffen war beispielsweise Wilhelmsdorf: Von September bis Dezember 1680 sollen dort 60 Menschen gestorben sein. Poysdorf selbst soll diesmal von der Seuche verschont geblieben sein.

Der Pestfriedhof von Wilhelmsdorf lag „bei den Kellern“, also im Bereich der alten Weinkeller am Ortsrand. Das wird in einer Beschreibung der historischen Bildstöcke ausdrücklich so angegeben. Dort steht außerdem eine Pestkreuz mit einer Inschrift, die sinngemäß erklärt, dass unter ihr die Gebeine der Vorfahren ruhen, die auf dem dort früher bestehenden Friedhof bestattet wurden. Die Stelle dürfte also nicht nur mit der Pest von 1679/80 verbunden sein, sondern auf einen älteren Friedhof zurückgehen.

Hl. Sebastian, Wilhelmsdorf
28. 08. 2026
© 2026, GeweFoto – G. Wlaschitz

Hl. Sebastian, Wilhelmsdorf
28. 08. 2026
© 2026, GeweFoto – G. Wlaschitz

Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Franz Thiel, Wegkreuze und Bildstöcke in unserer Heimat. Veröffentlicht in: „Heimat im Weinland“, Heimatkundliches Beiblatt zum Amtsblatt der
Bezirkshauptmannschaft Mistelbach, 1964.

Georg Wlaschitz
Datum der Erfassung 2026-08-29
Datum der letzten Bearbeitung 2026-08-30
letzter Bearbeiter Christoph Loley

Standort

Kommentare

Sie müssen sich einloggen, um selbst Kommentare abgeben zu können!

Erfassung nicht geprüft