Pestkreuz

Religiöse KleindenkmälerHochsäulen, Pestsäulen- und -kreuzePestkreuze

Gemeinde: Straß im Straßertale

Zeitkategorie: 17. Jahrhundert, 2. Hälfte

Chronik:

Der ursprüngliche Standort war an der Gemeindegrenze zu Wiedendorf, noch auf Wiedendorfer Gemeindegebiet, Parzelle 217, Ried Wolfsgraben. Wurde in den siebziger Jahren vom Grundbesitzer Johann Stauffer versetzt. Am jetzigen Standort befand sich ursprünglich ein Holzkreuz. Dieses Kreuz ist das zweite von 5 auf dem Weg von Mühlbach nach Straß. Laut Inschrift wurde das Kreuz im Jahre 1688 errichtet. 'Den 19. Mai 1688 wird dem Martin Prunner von Wiedendorf ein Kreuz am Frangensteig, in der Nähe des Baches, bei den Erlen, zu setzen bewilligt.' (Verbeschaidbuch des Archives Grafenegg von July 1678 bis April 1720; Band 26) Bei der Fam. Prunner handelt es sich um ein Müllergeschlecht. Der Stifter des Bildstockes, Martin Prunner, hat 1661 die Tochter Sophie des verstorbenen Gall Erlach, Müller auf der Wiesmühle bei Wiedendorf und Stifter der 4. Martersäule auf dem Stanglweg, geheiratet.

Beschreibung:

Südlich des Promenadeweges, auf dem unteren Drittel einer steilen Böschung, umgeben von Bäumen, steht ein Tabernakelpfeiler mit Blick nach N. Der quadratische Schaft ist ca. 1,9 m hoch und hat abgefaste Kanten. Darauf gesetzt ist ein quadratischer, ca. 0,95 m hoher Tabernakel mit einer Breite von 0,57 m. Der Tabernakel hat vier rundbogige Flachnischen zwischen zwei abgetreppten, gleich großen Gesimsen. Den Abschluss bildet ein ca. 0,8 m hoher pyramidenstumpfförmiger Helm mit einem Steinkreuz mit Kleeblattenden. Auf der Nordseite des Steinkreuzes ist die IHS-Inschrift mit Kreuz und Herz eingemeißelt. Auf der nördlichen Schaftseite sind lange, teilweise stark verwitterte Inschriften eingemeißelt. In der nördlichen Nische des Tabernakel ist ein Relief, das Christus am Kreuz mit großem, wehenden Lendentuch darstellt. Unter seinen Füßen Adams Schädel auf einem Hügel.

Details

Gemeindename Straß im Straßertale
Gemeindekennzahl 31346
Ortsübliche Bezeichnung Pestkreuz
Objektkategorie 1573 ( Religiöse Kleindenkmäler | Hochsäulen, Pestsäulen- und -kreuze | Pestkreuze)

Katastralgemeinde Elsarn -- GEM Straß im Straßertale
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 116
Ortschafts- bzw. Ortsteil Elsarn / Hausleiten
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Promenadeweg
Längengrad 15.75042
Breitengrad 48.49519

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 3.7
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 0.3
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 0.3
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Südlich des Promenadeweges, auf dem unteren Drittel einer steilen Böschung, umgeben von Bäumen, steht ein Tabernakelpfeiler mit Blick nach N. Der quadratische Schaft ist ca. 1,9 m hoch und hat abgefaste Kanten. Darauf gesetzt ist ein quadratischer, ca. 0,95 m hoher Tabernakel mit einer Breite von 0,57 m. Der Tabernakel hat vier rundbogige Flachnischen zwischen zwei abgetreppten, gleich großen Gesimsen. Den Abschluss bildet ein ca. 0,8 m hoher pyramidenstumpfförmiger Helm mit einem Steinkreuz mit Kleeblattenden. Auf der Nordseite des Steinkreuzes ist die IHS-Inschrift mit Kreuz und Herz eingemeißelt. Auf der nördlichen Schaftseite sind lange, teilweise stark verwitterte Inschriften eingemeißelt. In der nördlichen Nische des Tabernakel ist ein Relief, das Christus am Kreuz mit großem, wehenden Lendentuch darstellt. Unter seinen Füßen Adams Schädel auf einem Hügel.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Die Inschrift wurde noch nicht vollständig entziffert: OH HR.AMEN / DISE ST..SEN / GE.ET BEI MEIN / GREVL EI.../ NG STL STEHT / SEHET DOCH,B(?) / AVCH EIN SC / MERT,DER / MEINEN / SCHMERZE / GLEICH SEI./ AMEN / 1688 Lt. Erich Broidl weist die Inschrift eindeutig auf eine Bibelstelle im Buch der Klagelieder hin: 'Ihr alle, die ihr des Wegs vorüberkommt, schaut her und sehet zu, ob ein Schmerz meinem Schmerz gleicht, der mir ward angetan.' Welcher Schmerz Martin Prunner bewogen hat, diesen Text auf dem Bildstock anbringen zu lassen, wird wohl nie mehr eruiert werden können.

Zeitkategorie 17. Jahrhundert, 2. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Der ursprüngliche Standort war an der Gemeindegrenze zu Wiedendorf, noch auf Wiedendorfer Gemeindegebiet, Parzelle 217, Ried Wolfsgraben. Wurde in den siebziger Jahren vom Grundbesitzer Johann Stauffer versetzt. Am jetzigen Standort befand sich ursprünglich ein Holzkreuz. Dieses Kreuz ist das zweite von 5 auf dem Weg von Mühlbach nach Straß. Laut Inschrift wurde das Kreuz im Jahre 1688 errichtet. 'Den 19. Mai 1688 wird dem Martin Prunner von Wiedendorf ein Kreuz am Frangensteig, in der Nähe des Baches, bei den Erlen, zu setzen bewilligt.' (Verbeschaidbuch des Archives Grafenegg von July 1678 bis April 1720; Band 26) Bei der Fam. Prunner handelt es sich um ein Müllergeschlecht. Der Stifter des Bildstockes, Martin Prunner, hat 1661 die Tochter Sophie des verstorbenen Gall Erlach, Müller auf der Wiesmühle bei Wiedendorf und Stifter der 4. Martersäule auf dem Stanglweg, geheiratet.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher)



Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Alexandra Leeb, Die Flurdenkmale im Straßertal. Straß 1993. Hans Windbrechtinger, Martersäulen zu setzen erlaubt. Straß 2011.

Horst Niedermair
Datum der Erfassung 2012-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2012-01-01

Standort

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