Kapelle beim Dannerbründl

Religiöse KleindenkmälerBildstöckeKapellenbildstöcke

Gemeinde: Sierndorf

Zeitkategorie: 19. Jahrhundert, 1. Hälfte

Chronik:

Bereits in der um 1780 entstandenen Josephinischen Landaufnahme, wie auch im Franziszeischen Kataster von 1822 ist am Standort ein gemauerter oder steinerner Bildstock eingetragen. In Dokumenten erscheint eine Kapelle erstmals 1843. Pfarrer Paul Gruber berichtet in der Geschichte der Pfarre Sierndorf Bd. I. dass am 19. August die Kapelle 'nächst der Schule' vom hochwürdigen Herrn Dechant von Hausleiten eingesegnet wurde. In der Änderung des Übertragungsbefehles scheint auch die Legende begründet, nach dieser sollte das Kreuz auf einem Wagen nach Stockerau transportiert werden. In der „Langen Sutte“ weigerten sich jedoch die Pferde weiterzugehen, also drehte man um und brachte das Kreuz nach Sierndorf.

Beschreibung:

Ziegelgemauerte, verputzter sehr großer Kapellenbildstock mit Biberschwanzdeckung. Grundriss in 5/8 Form, Forderfront mit Dreieckgiebel und Kranzgesimse, Kapellenraum Walmdach. Gewölbter Eingang mit verzinkter Gittertüre. An der Rückwand eine Nachbildung des 'Oberolberndorfer Kreuzes' und der 'Schmerzhaften Mutter Gottes', die sich seit 1783, auf kaiserlichen Befehl, in der Schlosspfarrkirche Sierndorf befinden.

Details

Gemeindename Sierndorf
Gemeindekennzahl 31226
Ortsübliche Bezeichnung Kapelle beim Dannerbründl
Objektkategorie 1533 ( Religiöse Kleindenkmäler | Bildstöcke | Kapellenbildstöcke)

Katastralgemeinde Oberolberndorf -- GEM Sierndorf
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 1303
Ortschafts- bzw. Ortsteil Oberolberndorf
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Zum Teich
Längengrad 16.16533
Breitengrad 48.40775

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 3.85
gemessen od. geschätzt gemessen
Breite (m) 2.55
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 1.8
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Ziegelgemauerte, verputzter sehr großer Kapellenbildstock mit Biberschwanzdeckung. Grundriss in 5/8 Form, Forderfront mit Dreieckgiebel und Kranzgesimse, Kapellenraum Walmdach. Gewölbter Eingang mit verzinkter Gittertüre. An der Rückwand eine Nachbildung des 'Oberolberndorfer Kreuzes' und der 'Schmerzhaften Mutter Gottes', die sich seit 1783, auf kaiserlichen Befehl, in der Schlosspfarrkirche Sierndorf befinden.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Um diese 'Kapelle' rankt sich die Legende, dass sich hier das heute in der Sierndorfer Schlosspfarrkirche befindliche „Oberolberndorfer Kreuz“ und die Statue der „Schmerzhaften Mutter Gottes“ befunden haben. In Folge eines Lilienwunders sollen 1782 viele Wallfahrten zu dem Kreuz und der Statue stattgefunden haben. Aus Dokumenten lässt sich nur ableiten, dass sich das Kreuz ca. 200 Schritt vor dem Dorf befunden haben soll. Nach dem ersten kaiserlichen Befehl sollte das Kreuz in die Pfarre Stockerau gebracht werden. Durch die spätere Umpfarrung nach Sierndorf wurde dieser Befehl ebenfalls auf Sierndorf abgeändert.

Zeitkategorie 19. Jahrhundert, 1. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Bereits in der um 1780 entstandenen Josephinischen Landaufnahme, wie auch im Franziszeischen Kataster von 1822 ist am Standort ein gemauerter oder steinerner Bildstock eingetragen. In Dokumenten erscheint eine Kapelle erstmals 1843. Pfarrer Paul Gruber berichtet in der Geschichte der Pfarre Sierndorf Bd. I. dass am 19. August die Kapelle 'nächst der Schule' vom hochwürdigen Herrn Dechant von Hausleiten eingesegnet wurde. In der Änderung des Übertragungsbefehles scheint auch die Legende begründet, nach dieser sollte das Kreuz auf einem Wagen nach Stockerau transportiert werden. In der „Langen Sutte“ weigerten sich jedoch die Pferde weiterzugehen, also drehte man um und brachte das Kreuz nach Sierndorf.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) Abschrift aus der Chronik der FF Oberolberndorf: „Der Bau der Kapelle. Der Bau unserer Kapelle wurde durch den Bau des Feuerlösch = Geräthehauses angeregt. Es wurde nämlich gleichzeitig mit dem Bau des Thurmes das Feuerlösch = Geräthehaus und der Gemeinde = Arest gebaut; als aber dieses bereits fertig war, so sah es beinahe einer Kapelle ähnlich; da wurde der Ruf allgemein laut, daß hier die Kapelle gebaut werden soll; nun so wurde vom Gemeinde Ausschusse der Beschluß gefaßt, das, wenn durch eine Sammlung im Orte selbst der Betrag von Tausend Gulden aufgebracht werden soll, wirklich eine Kapelle gebaut wird. Da aber durch die Sammlung welche vom Gemeindevorsteher Josef Hödl, Nr. 30 und von die beiden Kapellenväter Michael Schaffer Nr. 35 und Karl Aichmann Nr. 41 gemacht wurde, weit mehr als diese Tausend Gulden zusammengebracht wurde, so wurde das schon stehende Feuerlöschgeräthe = Haus sowie der Gemeinde = Arest abgebrochen, und, die Kapelle neu aufgebaut. Dieses geschah im Jahre 1894. Josef Frotzler.“ Niederschrift von Dir. Anna Reibenwein, 2000 Stockerau, Gymnasiumweg 3 [2010 verstorben]: Schon vor mehr als 200 Jahren stand an der Stelle der heutigen Kapelle am Südrand von Oberolberndorf neben einer Quelle, dem Dännerbründl eine Holzkapelle. In dieser Kapelle war ein Kreuz mit einer schmerzhaften Muttergottes. Zu diesem Kreuz kamen 1782 viele Wallfahrer, nachdem einige wunderbare Heilungen erfolgt waren. Oberolberndorf gehörte damals zur Pfarre Stockerau. Das wundertätige Kreuz sollte auf Anordnung der weltlichen Behörde in die Pfarrkirche gebracht werden. Nach mündlicher Überlieferung weigerten sich aber die Pferde, die vor den Wagen gespannt waren, auf dem man das Kreuz transportieren wollte, am Fuchsenbühel weiterzugehen. Das Kreuz wurde wieder in der Kapelle aufgestellt. Nun suchten die Oberolberndorfer um Erhebung zur Pfarre an und um Belassung des Kreuzes am ursprünglichen Ort. Der Kaiser gab diesem Ansuchen nicht statt. Oberolberndorf wurde aber von Stockerau ausgepfarrt und in die Pfarre Sierndorf eingepfarrt. Das wundertätige Kreuz wurde vom Sierndorfer Pfarrherrn auf Befehl der NÖ. Landesregierung gegen den Willen der Oberolberndorfer in die Schlosskirche (gleichzeitig Pfarrkirche) Sierndorf überführt. Dort ist es bis heute an einem Pfeiler rechts (Anm.: Vom Altar aus gesehen) neben dem Hochaltar. Das Kreuz, das sich heute in der gemauerten Kapelle befindet, ist eine verkleinerte Nachbildung. Kommentar Kurt Jüthner: Die Unterlagen informieren darüber, dass das Kreuz in der Sierndorfer Schlosskirche aus Oberolberndorf stammt. Der Hinweis, dass es aus einer hölzernen Kapelle stammt, klärt den Standort leider nicht. Die frühere Dorfkapelle war ebenfalls gemauert. Beim Dannerbründl ist ein Kleindenkmal, eventuell eine gemauerte Kleinkapelle, ähnlich der heutigen in der Josephinischen Landaufnahme eingetragen.



Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen ÖSTA, Kriegsarchiv, Josephinische Landaufname. NÖLA, Franziszeischer Kataster, V.U.M.B. 277. Muck Gottfried, Ortsvorsteher. Bauer Hannes, Pfarrgemeinderat. Jüthner, Kurt & Veronika; 700 Jahre Pfarre Sierndorf; 2013, S 63.

Kurt & Veronika Jüthner
Datum der Erfassung 2012-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2012-01-01
letzter Bearbeiter Kurt & Veronika Jüthner

Standort

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Vollständig erfasst

Das Gütesiegel des BHW kennzeichnet dieses Objekt als vollständig und fachlich korrekt erfasst und vom BHW Fachbereich Klein-und Flurdenkmäler geprüft.