Fresnermühle

Hausmühlen und Kugelmühlen

Gemeinde: Thomatal

Zeitkategorie: 19. Jahrhundert, 1. Hälfte

Chronik:

Wann die Mühle erbaut worden ist und von wem sie ursprünglich betrieben wurde, kann nicht genau belegt werden. Eine Niederschrift der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg, in der dem Besitzer Balthasar Lüftenegger, Ruppenbauer in Pischelsdorf, das nicht verfallene Wasserrecht bestätigt wird, ist mit 1870 datiert. Direkt hinter der Mühle stand ein Sägewerk, das durch ein unterschlächtiges Wasserrad betrieben wurde. Mühle und Sägewerk verwendeten ein und dasselbe Betriebswasser, wobei ein Protokoll des Wasserbuchdienstes Tamsweg, datiert mit 1923, angibt, dass sich an einem Kaufvertrag des Ruppenbauers aus 1847 nichts geändert hat und darin der Sägewerksbesitzer für die Erhaltung der Wehr und des Gerinnes zuständig ist, dafür bei dringendem Wasserbedarf die Säge das Vorrecht auf Wasser hat.
Nach einem Brand, bei dem Sägewerk und Mühle ein Raub der Flammen wurden, hat man das Sägewerk nicht mehr aufgebaut; die Mühle allerdings wurde 1935 auf einem Teil des Bruchsteinmauerwerks im Erdgeschoß mit der ursprünglichen Grundfläche von 8,15 x 5,75 m wieder errichtet. Als Besitzer scheint Leonhard Gautsch, Fresnerbauer in Gruben, auf. Bis um 1950 wurde die Fresnermühle betrieben und danach an die Familie Grabner verkauft, die das Gebäude als Wohnhaus nutzte. Die Mühle selbst wurde ausgebaut und lagert betriebsbereit bei der Familie Maria und Karl Gautsch *1959, Fresnerbauer in Gruben.
In den 1970er Jahren erwarben der Salzburger Maler und Bildhauer Werner Dürnberger (*1925 – †2002) und Friederike Dürnberger, geb. Kalb, (*1928 – †1992) die Liegenschaft. Heute wird die einstige Mühle von ihren Nachkommen und deren Familien privat genutzt.

Beschreibung:

Das Gebäude der ehemaligen Fresnermühle steht im Thomataler Ortsteil Bundschuh mit der Hausnummer 4, etwas tiefergelegen ca. 10 m östlich der Bundschuh Landesstraße L 267, etwa 100 m taleinwärts nach einer Brücke über den Thomatalerbach und ca. 130 m vor dem ehemaligen Bundschuhwirt, direkt am Schießstand der Stachelschützen Bundschuh, in einer Seehöhe von 1.280 m.
Das Erdgeschoß der Mühle besteht aus Bruchsteinmauerwerk, das grob verputzt ist, jedoch die Mauersteine z.T. sichtbar lässt, auf dem das Obergeschoß in Blockbauweise mit einer Blockstärke von 14 cm aufsitzt. Die Giebel sind mit Brettern senkrecht verschalt, das Satteldach wurde um 1980 mit Lärche-Brettern neu gedeckt und an den Traufen dunkle Regenrinnen angebracht.
An der nördlichen Giebelseite ist ein kleiner Balkon mit brettergedecktem Pultdach angebaut, der über eine steile Treppe erschlossen ist, die zur Eingangstür im Obergeschoß und einem separaten Waschraum führt. Im Giebel über dem Balkonpultdach findet sich eine kleine Tür als Außenzugang zum Dachgeschoß, das bis ca. 2005 auch von innen über eine schmale Treppe erschlossen war. In jüngerer Zeit wurde unterhalb des Balkons eine Tür als weiterer Zugang zum Erdgeschoß und der Stromverteilerkasten eingebaut. Weiters wurden im Jahr 2006 die Fenster nach alter Vorlage erneuert.
Die Westseite der Mühle ist gegliedert durch jeweils zwei rechteckig hochgestellte Fenster im Erdgeschoß mit Holzsturz, weißen Faschen und senkrechten Rundeisenstäben, im Obergeschoß ebensolche Fenster mit grün/weiß gestrichenen Fensterläden und Blumenkisten.
Die südliche Giebelseite weist eine ehemalige Stalltür und daneben ein kleines quadratisches Fenster mit Holzsturz und senkrechten Rundeisenstäben auf. Die Stalltür ist hinter einer in jüngerer Zeit vorgesetzten, grün gestrichenen Tür noch im Originalzustand erhalten. Nach der Einstellung des Mühlenbetriebes wurden im Erdgeschoß eine Kuh, Schweine und Hühner gehalten.
An der Ostseite, die im Erdgeschoß geschlossen ausgeführt ist, befand sich früher das Mühlrad. Das Wasser für den oberschlächtigen Betrieb wurde in der Nähe des Bundschuhwirtes über einen Schlag (kleine Wehr) dem heutigen Bundschubach entnommen und über ein Holzgerinne dem Mühlrad zugeführt. Heute befindet sich an dieser Seite der um 1980 angebaute Stachelschießstand mit brettergedecktem Pultdach. Das Obergeschoß weist ein rechteckig hochgestelltes Fenster auf. Auf der östlichen Dachhälfte ist ein Kamin sichtbar, über den die Mühle beheizt werden kann.

Details

Gemeindename Thomatal
Gemeindekennzahl 50511
Ortsübliche Bezeichnung Fresnermühle
Objektkategorie 2200 ( Hausmühlen und Kugelmühlen | | )

Katastralgemeinde Bundschuh -- GEM Thomatal
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 38/2
Ortschafts- bzw. Ortsteil Thomatal
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Bundschuh 4
Längengrad 13.710624
Breitengrad 47.048174

denkmalgeschützt nicht geschuetzt

Höhe (m) 7.4
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 9.3
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 6.8
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Das Gebäude der ehemaligen Fresnermühle steht im Thomataler Ortsteil Bundschuh mit der Hausnummer 4, etwas tiefergelegen ca. 10 m östlich der Bundschuh Landesstraße L 267, etwa 100 m taleinwärts nach einer Brücke über den Thomatalerbach und ca. 130 m vor dem ehemaligen Bundschuhwirt, direkt am Schießstand der Stachelschützen Bundschuh, in einer Seehöhe von 1.280 m.
Das Erdgeschoß der Mühle besteht aus Bruchsteinmauerwerk, das grob verputzt ist, jedoch die Mauersteine z.T. sichtbar lässt, auf dem das Obergeschoß in Blockbauweise mit einer Blockstärke von 14 cm aufsitzt. Die Giebel sind mit Brettern senkrecht verschalt, das Satteldach wurde um 1980 mit Lärche-Brettern neu gedeckt und an den Traufen dunkle Regenrinnen angebracht.
An der nördlichen Giebelseite ist ein kleiner Balkon mit brettergedecktem Pultdach angebaut, der über eine steile Treppe erschlossen ist, die zur Eingangstür im Obergeschoß und einem separaten Waschraum führt. Im Giebel über dem Balkonpultdach findet sich eine kleine Tür als Außenzugang zum Dachgeschoß, das bis ca. 2005 auch von innen über eine schmale Treppe erschlossen war. In jüngerer Zeit wurde unterhalb des Balkons eine Tür als weiterer Zugang zum Erdgeschoß und der Stromverteilerkasten eingebaut. Weiters wurden im Jahr 2006 die Fenster nach alter Vorlage erneuert.
Die Westseite der Mühle ist gegliedert durch jeweils zwei rechteckig hochgestellte Fenster im Erdgeschoß mit Holzsturz, weißen Faschen und senkrechten Rundeisenstäben, im Obergeschoß ebensolche Fenster mit grün/weiß gestrichenen Fensterläden und Blumenkisten.
Die südliche Giebelseite weist eine ehemalige Stalltür und daneben ein kleines quadratisches Fenster mit Holzsturz und senkrechten Rundeisenstäben auf. Die Stalltür ist hinter einer in jüngerer Zeit vorgesetzten, grün gestrichenen Tür noch im Originalzustand erhalten. Nach der Einstellung des Mühlenbetriebes wurden im Erdgeschoß eine Kuh, Schweine und Hühner gehalten.
An der Ostseite, die im Erdgeschoß geschlossen ausgeführt ist, befand sich früher das Mühlrad. Das Wasser für den oberschlächtigen Betrieb wurde in der Nähe des Bundschuhwirtes über einen Schlag (kleine Wehr) dem heutigen Bundschubach entnommen und über ein Holzgerinne dem Mühlrad zugeführt. Heute befindet sich an dieser Seite der um 1980 angebaute Stachelschießstand mit brettergedecktem Pultdach. Das Obergeschoß weist ein rechteckig hochgestelltes Fenster auf. Auf der östlichen Dachhälfte ist ein Kamin sichtbar, über den die Mühle beheizt werden kann.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details

Zeitkategorie 19. Jahrhundert, 1. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Wann die Mühle erbaut worden ist und von wem sie ursprünglich betrieben wurde, kann nicht genau belegt werden. Eine Niederschrift der Bezirkshauptmannschaft Tamsweg, in der dem Besitzer Balthasar Lüftenegger, Ruppenbauer in Pischelsdorf, das nicht verfallene Wasserrecht bestätigt wird, ist mit 1870 datiert. Direkt hinter der Mühle stand ein Sägewerk, das durch ein unterschlächtiges Wasserrad betrieben wurde. Mühle und Sägewerk verwendeten ein und dasselbe Betriebswasser, wobei ein Protokoll des Wasserbuchdienstes Tamsweg, datiert mit 1923, angibt, dass sich an einem Kaufvertrag des Ruppenbauers aus 1847 nichts geändert hat und darin der Sägewerksbesitzer für die Erhaltung der Wehr und des Gerinnes zuständig ist, dafür bei dringendem Wasserbedarf die Säge das Vorrecht auf Wasser hat.
Nach einem Brand, bei dem Sägewerk und Mühle ein Raub der Flammen wurden, hat man das Sägewerk nicht mehr aufgebaut; die Mühle allerdings wurde 1935 auf einem Teil des Bruchsteinmauerwerks im Erdgeschoß mit der ursprünglichen Grundfläche von 8,15 x 5,75 m wieder errichtet. Als Besitzer scheint Leonhard Gautsch, Fresnerbauer in Gruben, auf. Bis um 1950 wurde die Fresnermühle betrieben und danach an die Familie Grabner verkauft, die das Gebäude als Wohnhaus nutzte. Die Mühle selbst wurde ausgebaut und lagert betriebsbereit bei der Familie Maria und Karl Gautsch *1959, Fresnerbauer in Gruben.
In den 1970er Jahren erwarben der Salzburger Maler und Bildhauer Werner Dürnberger (*1925 – †2002) und Friederike Dürnberger, geb. Kalb, (*1928 – †1992) die Liegenschaft. Heute wird die einstige Mühle von ihren Nachkommen und deren Familien privat genutzt.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher)

Fresnermühle Gesamtansicht
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Winteransicht
Dezember 2019
Peter Moser

Fresnermühle Nordwestansicht
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Westansicht
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Südostansicht
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Schießstandzubau
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Detail Stalltür Original
Mai 2020
Peter Moser

Fresnermühle Detail Fenster
Mai 2020
Peter Moser

Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen - Peter Moser, 5580 Tamsweg, Litzelsdorf 6
- Friederike Moser, Besitzerin, 5592 Thomatal, Schmalzermoos 75
- Fam. Gautsch, Fresnerbauer, 5592 Thomatal, Gruben

Peter Moser
Datum der Erfassung 2020-05-30
Datum der letzten Bearbeitung 2020-06-03

Standort

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