Sebastiankapelle

Religiöse KleindenkmälerKapellen und GrottenKapellen

Gemeinde: Rohrendorf bei Krems

Zeitkategorie: 19. Jahrhundert, 1. Hälfte

Chronik:

Die zum Schlüsselhof des Stiftes Ebersberg gehörige Kapelle wird schon 1179 in einer Bulle Alexanders III. genannt(POTTHAST, Reg. Pontificum 13359). In einer Baubesschreibung von 1604 wird die 'Kapelle mit Türmchen' erwähnt. 1665 wurde der Hof an die Jesuiten in Krems verkauft und diese stellten die Kapelle ganz neu her. Nach 1773 kamen Gut und Kapelle in verschiedene Hände, zuletzt 1837 an Stift Melk, das die Kapelle der Gemeinde schenkte. In ihrer jetzigen Form gehört sie der ersten Hälfte des XIX. Jhs. an. 1992 wurde der Innenraum der Kapelle restauriert.

Beschreibung:

Die Kapelle ist ein einfacher rechteckiger verputzter Ziegelbau, rosa gefärbelt, mit weißer Bänderung an den Ecken und um die rechteckige Türe. Der hochgezogene Volutengiebel verdeckt das Satteldach. Optisch wächst aus ihm das Glockentürmchen mit Pyramidendach, bekrönt durch ein Kreuz, heraus.

Details

Gemeindename Rohrendorf bei Krems
Gemeindekennzahl 31337
Ortsübliche Bezeichnung Sebastiankapelle
Objektkategorie 1512 ( Religiöse Kleindenkmäler | Kapellen und Grotten | Kapellen)

Katastralgemeinde Unterrohrendorf -- GEM Rohrendorf bei Krems
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer .87
Ortschafts- bzw. Ortsteil Unterrohrendorf
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Neuweidlingerstraße neben dem Haus Nr. 74
Längengrad 15.67148
Breitengrad 48.41239

denkmalgeschützt geschuetzt

Höhe (m) 8
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 6
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 6.5
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Die Kapelle ist ein einfacher rechteckiger verputzter Ziegelbau, rosa gefärbelt, mit weißer Bänderung an den Ecken und um die rechteckige Türe. Der hochgezogene Volutengiebel verdeckt das Satteldach. Optisch wächst aus ihm das Glockentürmchen mit Pyramidendach, bekrönt durch ein Kreuz, heraus.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Im Inneren befindet sich ein hölzerner, schwarzer Barockaltar mit einem Ölbild, welches das Martyrium des hl. Sebastian darstellt (frühes 19. Jh.). Links vom Altar sind der Hl. Antonius und rechts der Hl Franziskus von Sales als 'Statuen' aufgemalt. Diese Darstellungen wurden bei der Restaurierung im Jahre 1992, - nach historischen Vorlagen aus der Zeit der Erbauung der Kapelle, neu gemalt. Daneben kleinere Ölbilder der beiden Heiligen in schwarzen Rahmen (1. H. 19. Jh.). Der Hl. Aloisius war ein Jesuit und wurde 1726 heilig gesprochen. Er gilt als Patron der Studenten. Der Hl. Franciscus von Sales war Prediger und Schriftsteller im Sinne der Gegenreformation und gründete zusammen mit Jeanne Francoise Chantal den Orden der Heimsuchung (Salesianerinnen).

Zeitkategorie 19. Jahrhundert, 1. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Die zum Schlüsselhof des Stiftes Ebersberg gehörige Kapelle wird schon 1179 in einer Bulle Alexanders III. genannt(POTTHAST, Reg. Pontificum 13359). In einer Baubesschreibung von 1604 wird die 'Kapelle mit Türmchen' erwähnt. 1665 wurde der Hof an die Jesuiten in Krems verkauft und diese stellten die Kapelle ganz neu her. Nach 1773 kamen Gut und Kapelle in verschiedene Hände, zuletzt 1837 an Stift Melk, das die Kapelle der Gemeinde schenkte. In ihrer jetzigen Form gehört sie der ersten Hälfte des XIX. Jhs. an. 1992 wurde der Innenraum der Kapelle restauriert.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) Alt- und Neuweidling gehören zu den ältesten Siedlungen östlich von Krems. Altweidling ist wie der Name besagt der ältere Teil. Die Herren von Waidlingen, ein bekanntes Rittergeschlecht werden in Urkunden und Zehentbüchern des Stiftes Herzogenburg genannt. An die 6 Klöster hatten Untertanen zu Altweidling, u.a. die Klöster Göttweig und Herzogenburg. Aus dem Kloster und Herrschaftsbesitzungen entwickelten sich recht ansehnliche Bauernhöfe. Später erwarben Landwirte aus Rohrendorf und Theiss die Grundstücke der Gutshöfe. Einst wohnten nur Landwirte und Inleute hier, heut gibt es in Altweidling keinen hauptberuflichen Bauern mehr. Neuweidling: Der Schlüsselhof ist in Neuweidling situiert. Von diesem Klosterhof wurde durch viele Jahrhunderte das wirtschaftliche Leben der Dorfinsassen gelenkt. Anno 934: Gründung des Stiftes in Ebersberg/Oberbayern durch das Grafengeschlecht der Ebersberger. Das Stift Ebersberg, Nähe München, wurde ursprünglich von Chorherren und später anno 990 von Benediktinern geleitet Anno 934 wurde dem Kloster das Gebiet „Wädling“ geschenkt und weiters anno 970 Unter Rohrendorf. Anno 990 und in den Folgejahren: Die Mönche bauten einen Wirtschaftshof mit einem Gotteshaus, das dem hl. St. Sebastian geweiht wurde. Papst Alexander III erwähnte 1179 diese Kapelle mit Widem. Anno 1040 bestätigt Kaiser Heinrich III., Herzog von Bayern, dem Stift Ebersberg das Gut Wädling. Zur Verwaltung wurden Geistliche des Stiftes als Hofmeister eingesetzt. Von 1415 bis 1445 wurde ein Urbar, ein Verzeichnis zinstragender Grundtücke, angelegt, das Aufschluss über den Einfluss vom Gut Wädling auf die Region Krems und Umgebung gibt und folgende Ortschaften nennt: Niederzeile zu Radendorf; Oberradendorf, Eglsee, Stein, Schrantzendorf (Stratzdorf), Landersdorf, Rehberg, Lois, Schlickendorf, Krems, Abtsdorf, Im 13. bis zum 15. Jh. wurde das Gut durch Schenkungen und Kauf von Gründen aufgestockt. Das Gut Weidling hatte für das Stift eine große Bedeutung: Prior Hanns von Ebersberg wurde zum Hofmeister ernannt. Er war aber auch der letzte geistlicher Verwalter. Anno 1554 gab das Stift Ebersberg die Eigenverwaltung auf. Die Leitung des Hofes übernahmen weltliche Hof- und Bannmeister als Leibgeding. Als erster Verwalter wurde der Kremser Bürger Christoph Lauenthaler genannt. Er musste den Hof gut erhalten, die Weingarten pflegen, die Weine unentgeltlich auf die Schiffe liefern und den Gästen aus Ebersberg Speise und Trank reichen. An das Stift waren jährlich 210 Eimer Wein abzuliefern. Anno 1595 wurde aufgrund des Ordensbrüdermangels mit Bewilligung des Papstes Clemens VIII. das Stift Ebersberg und seine Güter den Jesuiten zu München übergeben, somit auch die Güter zu Weidling. Anno 1665 erwarb das Collegium der Jesuiten auf dem Frauenberg in Krems vom Rektor Christoph Schorrer in München um 15.000 Gulden und 100 Eimer österr. Wein für den „Leikauf“ das Landgut Weidlingerhof. Ab 1670 bewirtschaftete das Jesuitenkollegium den Weidlingerhof mit dem Abgang des letzten Hofmeisters selbst. Anno 1604 - Visitation und Grundbeschreibung: Die drei zweigädigen Häuser sind gut erhalten und das Bräuhaus ist baufällig. Neben dem Wirtschaftsräumen ist eine doppelte „Keichen“ (Gefängnis). Der Weidlingerhof führte seit geraumer Zeit den Namen „Schlüsslhof“ Der Verwalter war somit auch der Schlüsselgewaltige. Meisten bekleidete er auch das Amt des Ortsrichters. Der Ortsrichter von Weidling hatte die Herrschaftsverwaltung und die richterliche Gewalt inne. Er hatte die Obliegenheiten von Neuweidling und Unterrohrendorf wahrzunehmen. Im 16. Jh. ging die richterliche Gewalt dem Verwalter von Weidling verloren. Anno 1674 wurde der Weidlingerhof bautechnisch erneuert. Anno 1679/80: Die Pest hat auch Neuweidling heimgesucht. Es mussten sogar Leser aus Lengenfeld geholt werden, weil zu wenig Menschen zur Lese vor Ort zur Verfügung standen. Anno 1681: Das Schlüsselhofkreuz, ein Flurbildstock erinnert mit hoher Wahrscheinlichkeit an die Auswirkungen der Pest. Das Jahr 1680 gilt als Weinrekordjahr. Da man zu wenige Gefäße hatte, wurde der Wein des Jahres 1679 ausgeleert. Anno 1696 haben die Jesuiten am Fuße des Saubühels ihren Herrschaftskeller gegraben (die jetzige Lenz Moser Kellerei). Anno 1773 wurde der Jesuitenorden aufgehoben. Das Gut Weidling wurde zu den Studienfonds-Realitäten gezogen, es wurde zu einer kaiserlich-königlichen Herrschaft. Anno 1819 wurde das Gut Weidling an Ignatz Wiesgrill, dem Mühlenbesitzer in Rehberg und Besitzer des Gutes Gneixendorf, verkauft Anno 1837 erwarb das Stift Melk das Gut, das wiederum den Schlüsselhof durch eine Versteigerung veräußerte. Anno 1849 kam der große Herrschaftskeller am Fuße des Saubühels in den Besitz der Familie Moser. Geschichten rund um den Schlüsselhof: Vom 25. bis 29. März 1645 bezog der schwedische Feldherr Torstenson sein Hauptquartier im Weidlingerhof. Von hier aus leitete er die Belagerung der Stadt Krems, die nach dem Fall volle 6 Monate in schwedischer Herrschaft verblieb. 1809 kamen die Franzosen. Am 16. Juli rückte das französische Armeekorps in der Stärke von 22.000 Mann in die Niederungen von Neuweidling-Theiss-Stratzdorf ein und bezog ein Barackenlager. Die Offiziere nahmen u.a. im Schlüsselhof Quartier. Am 8. September 1809 erschien Kaiser Napoleon im Lager und inspizierte seine Truppen. Nach der Parade wurde für geladene Gäste ein Empfang im Schloss Grafenegg gegeben. Vor dem Einbruch des Winters zogen die Franzosen ab.











Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Hippolytus II 242:Schweickhardt, V.O.M.B. III 219; Plesser, Kirchen 1901, 376

Rudolf Danner
Datum der Erfassung 2011-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2011-01-01
letzter Bearbeiter Rudolf Danner

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Vollständig erfasst

Das Gütesiegel des BHW kennzeichnet dieses Objekt als vollständig und fachlich korrekt erfasst und vom BHW Fachbereich Klein-und Flurdenkmäler geprüft.