Dreifaltigkeitssäule

Religiöse KleindenkmälerHochsäulen, Pestsäulen- und -kreuzeDreifaltigkeits- und Pestsäulen

Gemeinde: Mistelbach

Zeitkategorie: 17. Jahrhundert, 2. Hälfte

Chronik:

Die Pest, die im Jahre 1678 in Ungarn auftrat, brach bald darauf in Niederösterreich und im Herbst 1679 auch in Mistelbach und den umliegenden Orten aus. 1680 trat die todbringende Seuche abermals auf und wütete heftig, mehr als 300 Menschen wurden dahingerafft. Die Mistelbacher suchten Zuflucht bei Gott, sie gelobten eine Säule zur Abwendung der Pest zu errichten. Der Mistelbacher Bildhauer Johannes Frantz erhielt den Auftrag zur Errichtung der Dreifaltigkeitssäule, die am 13. November 1680 eingeweiht wurde.

Beschreibung:

Im nördlichen Teil des Hauptplatzes steht, nach Süden ausgerichtet, die barocke Dreifaltigkeitssäule aus Sandstein. Darstellung der Dreifaltigkeit nach Sonntagsberger Typus; Gottvater sitzend hält das Kreuz mit dem Korpus Christi vor sich, darunter der hl. Geist in Gestalt einer Taube. Reich dekoriertes Volutenkapitell mit Engels-köpfen bildet den Abschluss mit einem Halsring. Die Dreifaltigkeit,lat. Trinität, ist eine bis in das 4.Jhdt. zurückverfolgbare Darstellung, die von allen größeren Kirchengemeinschaften 325 und 381 anerkannt wurde. Der Säulenschaft mit Basis und Eckblatt steht auf einem rechteckigen Postament mit vorkragendem Abschluss auf einem Sockel, der die Pestheiligen Karl Borromäus, Sebastian, Rochus und Benno trägt. Inschriften bezeugen Grund und Datum der Errichtung. Der Block ist mit einer Säulenbalustrade umschlossen, auf der 4 Engel mit Krone, Musikinstrument und Buch stehen.

Details

Gemeindename Mistelbach
Gemeindekennzahl 31633
Ortsübliche Bezeichnung Dreifaltigkeitssäule
Objektkategorie 1572 ( Religiöse Kleindenkmäler | Hochsäulen, Pestsäulen- und -kreuze | Dreifaltigkeits- und Pestsäulen)

Katastralgemeinde Mistelbach -- GEM Mistelbach
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 5710/1
Ortschafts- bzw. Ortsteil Mistelbach-Zentrum
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Hauptplatz
Längengrad 16.57215
Breitengrad 48.57011

denkmalgeschützt geschuetzt

Höhe (m) 13
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 5
gemessen od. geschätzt geschätzt
Tiefe (m) 5
gemessen od. geschätzt geschätzt

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen
Reinigung wäre notwendig

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Im nördlichen Teil des Hauptplatzes steht, nach Süden ausgerichtet, die barocke Dreifaltigkeitssäule aus Sandstein. Darstellung der Dreifaltigkeit nach Sonntagsberger Typus; Gottvater sitzend hält das Kreuz mit dem Korpus Christi vor sich, darunter der hl. Geist in Gestalt einer Taube. Reich dekoriertes Volutenkapitell mit Engels-köpfen bildet den Abschluss mit einem Halsring. Die Dreifaltigkeit,lat. Trinität, ist eine bis in das 4.Jhdt. zurückverfolgbare Darstellung, die von allen größeren Kirchengemeinschaften 325 und 381 anerkannt wurde. Der Säulenschaft mit Basis und Eckblatt steht auf einem rechteckigen Postament mit vorkragendem Abschluss auf einem Sockel, der die Pestheiligen Karl Borromäus, Sebastian, Rochus und Benno trägt. Inschriften bezeugen Grund und Datum der Errichtung. Der Block ist mit einer Säulenbalustrade umschlossen, auf der 4 Engel mit Krone, Musikinstrument und Buch stehen.
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Auf der Südseite des Postaments steht in geschwungener Umrahmung die Inschrift: DEO TRINO RENOVATA HIC LEGIS PATRVM VOTA – Dem dreieinigen Gott gesetzt und wieder erneuert, hier liest du der Väter Gelöbnis. Auf der nördlichen Seite die Inschrift: Erbaut im Jahre 1680, renoviert 1897-98, auf der östlichen: renoviert 1937 1967. Nach 217-jährigem Bestehen nagte der Zahn der Zeit an der Denksäule. Die Säule wurde abgetragen, 8 m gegen Norden und 2 m nach Westen auf den heutigen Standort an uf die Mittelachse des Hauptplatzes gesetzt.Der Stufenunterbau wurde erneuert. Die Kosten der Wiederherstellung wurden durch freiwillige Spenden aufgebracht. Durch Don Sales Reidinger wurde am 19. 9. 1897 unter Teilnahme aller Honoratioren der Grundstein einschließlich der unterfertigten Bau-Urkunde gelegt, während das Weihelied gesungen wurde.

Zeitkategorie 17. Jahrhundert, 2. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Die Pest, die im Jahre 1678 in Ungarn auftrat, brach bald darauf in Niederösterreich und im Herbst 1679 auch in Mistelbach und den umliegenden Orten aus. 1680 trat die todbringende Seuche abermals auf und wütete heftig, mehr als 300 Menschen wurden dahingerafft. Die Mistelbacher suchten Zuflucht bei Gott, sie gelobten eine Säule zur Abwendung der Pest zu errichten. Der Mistelbacher Bildhauer Johannes Frantz erhielt den Auftrag zur Errichtung der Dreifaltigkeitssäule, die am 13. November 1680 eingeweiht wurde.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) In der schrecklichen Not, als die Pest grassierte, stürmten die Menschen die Kirchen, um zu den „Pestheiligen“ zu beten. In eigenen Liedern baten sie um Erlösung von der Seuche: „Bitt dass Gott vor Pestgefahren durch seine starke Gnadenhand, wollt‘ befreien und bewahren diesen Ort und dieses Land.“ Neben der Errichtung der Dreifaltigkeitssäule gelobten die Mistelbacher auch, jeden Dreifaltigkeitssonntag in einer Prozession zur Säule zu ziehen und unter Kanonendonner das Te Deum anzustimmen. Wie in Wien, wurde auch in Mistelbach ein Infektionshaus errichtet, weil der Name Lazarett von den Bürgern gefürchtet war. Das Wort „Pest“ scheint großen Schrecken hervorgerufen zu haben, deshalb wurde sie mit „Kontagion“ oder einfach „Infektion“ bezeichnet. Das Schlimmste war, dass man kein Heilmittel für diese Seuche fand. Das einzige, das man tun konnte, war vor jeder Ortschaft und auf allen Plätzen Schilder zur Warnung vor der tödlichen Krankheit anzubringen und zu hoffen, dass sie nicht überlesen wurden. Bei der Grundsteinlegung 1680 wurde von der Geistlichkeit verkündet, alle sollten in Zukunft beim Läuten aller Glocken um 3 Uhr Nachmittag auf die Knie fallen und um das göttliche Erbarmen und um Abwendung des Zornes Gottes zu flehen.





Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Karl Fitzka, Geschichte der Stadt Mistelbach NÖ Topographie Don Clemens Czacha Dr. Rainer Kurz Pfarrchronik und Pfarrarchiv Mistelbach

Christa Jakob
Datum der Erfassung 2012-01-01
Datum der letzten Bearbeitung 2012-01-01

Standort

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