Türen bei Karner

Haustüren und Tore

Gemeinde: Zellerndorf

Zeitkategorie: 15. Jahrhundert, 1. Hälfte

Chronik:

AICHINGER-ROSENBERGER/WOLDRON: Kirchliche Kunst in Zellerndorf
Verlag: Pfarre Zellerndorf (2001)

Der spätgotische Karner von ZELLERNDORF wurde südlich des Chores der Pfarrkirche errichtet. Er besteht aus einem achteckigen Hauptbau mit östlich anschließendem Fünfachtelpolygon. Sein gewölbtes Untergeschoß - das sogenannte Ossarium - liegt unter dem heutigen Bodenniveau.
Eine dendrochronologische Altersbestimmung einiger originaler Schalungsbret-ter ergab, dass das Bauholz teilweise im Winterhalbjahr 1412/13 gefällt wurde.

Die Werksteine des Karners weisen zahlreiche spätgotische Steinmetzzeichen auf.
----------------------
Karner
1413 erbaut
1836 da auch der Karner dem Einsturz nahe war, mußte er restauriert werden.
1869 berichtet Eduard von Sacken noch von Wasserspeiern und Keuzblumen auf den acht Giebeln. (Abb.3)
1899 Karner größtenteils frisch verputzt, 6 Wasserläufe eingesetzt, vorne und rückwärts im Dache Ventilati­onsöffnungen angebracht.
1968 wird er gründlich renoviert – vom ZELLERNDORFER Baumeister Franz Fuhrmann. (Abb.7,8,9)
Seit einigen Jahren wird das Ossarium (= Ort der letzten Ruhe) als touristische Attraktion vermarktet. (Abb.10)

Beschreibung:

Denkmalschutz: BDA Karner
BDA: 5626
Objekt-ID: 1497

Aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt der gotische Karner in der Nähe der Pfarrkirche. Er hat ein durch Blendgiebel abgesetztes Pyramidendach mit abschließendem Steinkreuz über einem oktogonalen Bau mit Strebepfeilern.

AICHINGER-ROSENBERGER/WOLDRON: Kirchliche Kunst in Zellerndorf
Verlag: Pfarre Zellerndorf (2001)

Das aus der Bauzeit stammende Portal befand sich an der Nordwestmauer, wie man aus einem profilierten, leicht aus der Mauerfläche hervorspringenden Rechteckgewände sehen kann. Es wurde im Barock vermauert und durch das heutige Portal in der Westmauer ersetzt.
Dieses barocke Portal liegt in einer Achse mit der Apsis. Der Blick des Eintretenden fällt somit sofort auf den Altar, eine Lösung im Sinne des Barock.

Das mit Knochenresten gefüllte Untergeschoß (Ossarium) ist nur über einen engen Schacht in der Südmauer zugänglich. An der Nordseite befindet sich ebenfalls so ein Türl; es war aber lange Zeit verschüttet.

Der Zementverputz sowie der Betonüberzug des Helmes gehen auf eine unglückliche Renovierung im Jahr 1968 - durch den ortsansässigen Baumeister Franz Fuhrmann - zurück. (Abb.1,2, 9)

Details

Gemeindename Zellerndorf
Gemeindekennzahl 31052
Ortsübliche Bezeichnung Türen bei Karner
Objektkategorie 3500 ( Haustüren und Tore | | )

Katastralgemeinde Zellerndorf -- GEM Zellerndorf
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer 3370
Ortschafts- bzw. Ortsteil
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Friedhof
Längengrad
Breitengrad

denkmalgeschützt geschuetzt

Höhe (m)
gemessen od. geschätzt --
Breite (m)
gemessen od. geschätzt --
Tiefe (m)
gemessen od. geschätzt --

Zustandsklassifizierung gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Denkmalschutz: BDA Karner
BDA: 5626
Objekt-ID: 1497

Aus der zweiten Hälfte des 14. Jahrhunderts stammt der gotische Karner in der Nähe der Pfarrkirche. Er hat ein durch Blendgiebel abgesetztes Pyramidendach mit abschließendem Steinkreuz über einem oktogonalen Bau mit Strebepfeilern.

AICHINGER-ROSENBERGER/WOLDRON: Kirchliche Kunst in Zellerndorf
Verlag: Pfarre Zellerndorf (2001)

Das aus der Bauzeit stammende Portal befand sich an der Nordwestmauer, wie man aus einem profilierten, leicht aus der Mauerfläche hervorspringenden Rechteckgewände sehen kann. Es wurde im Barock vermauert und durch das heutige Portal in der Westmauer ersetzt.
Dieses barocke Portal liegt in einer Achse mit der Apsis. Der Blick des Eintretenden fällt somit sofort auf den Altar, eine Lösung im Sinne des Barock.

Das mit Knochenresten gefüllte Untergeschoß (Ossarium) ist nur über einen engen Schacht in der Südmauer zugänglich. An der Nordseite befindet sich ebenfalls so ein Türl; es war aber lange Zeit verschüttet.

Der Zementverputz sowie der Betonüberzug des Helmes gehen auf eine unglückliche Renovierung im Jahr 1968 - durch den ortsansässigen Baumeister Franz Fuhrmann - zurück. (Abb.1,2, 9)
Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details Das Aquarell von GREVE (Abb.3b) zeigt einige "künstlerische Freiheiten".

Die Abb.4 (Foto um 1900) zeigt oberhalb der vermauerten Originaltür eine "Vertiefung", die nach den anschließenden Renovierungen nicht mehr sichtbar ist (vgl. Abb.1).

Zeitkategorie 15. Jahrhundert, 1. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) AICHINGER-ROSENBERGER/WOLDRON: Kirchliche Kunst in Zellerndorf
Verlag: Pfarre Zellerndorf (2001)

Der spätgotische Karner von ZELLERNDORF wurde südlich des Chores der Pfarrkirche errichtet. Er besteht aus einem achteckigen Hauptbau mit östlich anschließendem Fünfachtelpolygon. Sein gewölbtes Untergeschoß - das sogenannte Ossarium - liegt unter dem heutigen Bodenniveau.
Eine dendrochronologische Altersbestimmung einiger originaler Schalungsbret-ter ergab, dass das Bauholz teilweise im Winterhalbjahr 1412/13 gefällt wurde.

Die Werksteine des Karners weisen zahlreiche spätgotische Steinmetzzeichen auf.
----------------------
Karner
1413 erbaut
1836 da auch der Karner dem Einsturz nahe war, mußte er restauriert werden.
1869 berichtet Eduard von Sacken noch von Wasserspeiern und Keuzblumen auf den acht Giebeln. (Abb.3)
1899 Karner größtenteils frisch verputzt, 6 Wasserläufe eingesetzt, vorne und rückwärts im Dache Ventilati­onsöffnungen angebracht.
1968 wird er gründlich renoviert – vom ZELLERNDORFER Baumeister Franz Fuhrmann. (Abb.7,8,9)
Seit einigen Jahren wird das Ossarium (= Ort der letzten Ruhe) als touristische Attraktion vermarktet. (Abb.10)
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher) Karner oder Beinhäuser gehörten zum festen architektonischen Repertoire eines mittelalterlichen Kirchhofes. Sie dienten der Sekundärbestattung der im Zuge von Neubelegungen alter Grabstellen exhumierten Knochenreste, die in einem kellerartigen Untergeschoß aufgeschichtet wurden, währen das Obergeschoß als Begräbniskapelle gestaltet war - meist dem hl. Michael geweiht.

Der Karner war daher die zweite Grabstelle für die Toten. Erst mit der von Kaiser Josef II. erlassenen Be­gräbnisordnung, welche verfügte, daß die Toten nun 10 Jahre im Grabe belassen werden müssen, und der die Verwendung der „Beinerhäusl“ verbot, hörte Ende des 18. Jhts. die Verwendung der Karnergruft auf.

Viktor LEBZELTER, ehemaliger Direktor der Anthropologi­schen Abteilung am Naturhistorischen Museum Wien, erwarb 1931 im Einverständnis mit dem Pfarrer und dem Obmann des Friedhofsausschusses, Abgeordneter Franz GALLENT, „gegen Tragung der Kosten der Ausgrabung“ 4535 Schädel und Ske­lette von Leibeigenen aus dem 15.-18. Jahrhundert aus der voll­ständig mit Knochen ausgefüllten Krypta von Zellerndorf, Nie­derösterreich, die zu einem geringen Teil an verschiedene Mu­seen, wie z. B. Paris, Toulouse, Madrid, Florenz und Erlangen abgetreten wurden (SZILVÂSSY & KENNTNER 1978). (Abb.11)
Eine besondere Rarität stellt eine Kranioschisis aus dem Karner von ZELLERNDORF, die unter Inv.-Nr. 8941 beschrieben ist. (Abb.12)

Nebst tausenden Totenschädeln und Gebeinen von Menschen wurden hunderte von Holzteller und Schüsseln und auch mehrere Tongefäße in noch gut erhaltenem Zustande vorgefunden. Es sind Beigaben, die den Verstor­benen mit ins Grab gegeben wurden und uns jetzt Aufschlüsse über die damaligen Beerdigungs- und Toten­kulte geben könn(t)en.
Nur wenige solche Teller, Schüsseln oder Becher blieben im Orte (Schule); der Großteil wanderte in die Mu­seen der Umgebung (Retz, Hollabrunn, Eggenburg) oder in das Niederösterreichische Landesmuseum. (Abb.13)

Karnertüren 1
2012
Mag. Josef Schönhofer

Karnertüren 2
2012
Mag. Josef Schönhofer

SACKEN: Die Grabcapelle zu ZELLERNDORF
1869
Mitt. Altertumsverein (1869)

GREVE: Karner von ZELLERNDORF
1895
NÖLB Inventarnummer 9214

Karnertüren 4
1900?
NÖLB Inventarnummer 17.436

BLAMAUER: Karner ZELLERNDORF
1911
NÖLB Inventarnummer 30293

Karnertüren 6
1930
Schnitzer

Karner Renovierung 1
1968
Archiv Schönhofer

Karner Renovierung 2
1968
Archiv Schönhofer

Karnertüren 8
1970+
OSR Josef Schönhofer

Karnertüren 9
2022-01-04
Mag. Josef Schönhofer

Karnertüren
2022-01-04
Mag. Josef Schönhofer

Karnertüren
2022-02-13
Mag. Josef Schönhofer

GALLENT
1930+ /
NHW Wien / Archiv Josef Schönhofer

BAUER et al.: Zwei Schädel mit seltenen Hirnbrüchen
1985
Ann. Naturhist. Mus. Wien 87 S.167-182

Grabbeigaben
1930+
diverse

Info-Tafel: Karner
2013
Prof.OSR Hermann Jagenteufel

Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Quellen:

SCHREIBER Karl: Chronik von ZELLERNDORF
Handschriftliche Aufzeichnungen, unveröffentlicht (ca.1940)
SCHÖNHOFER Josef: Chronik von ZELLERNDORF
Handschriftliche Aufzeichnungen, unveröffentlicht (1993)
AICHINGER-ROSENBERGER/WOLDRON: Kirchliche Kunst in Zellerndorf
Verlag: Pfarre Zellerndorf (2001)
JAGENTEUFEL Hermann: Informationtafel beim Kleindenkmal (2013) - Abb.17

Josef Schoenhofer
Datum der Erfassung 2024-07-08
Datum der letzten Bearbeitung 2024-07-10
letzter Bearbeiter Josef Schoenhofer

Standort

Kommentare

Sie müssen sich einloggen, um selbst Kommentare abgeben zu können!

Wesentliche Felder richtig erfaßt