Suppankapelle

Religiöse KleindenkmälerKapellen und GrottenKapellen

Gemeinde: Mariapfarr

Zeitkategorie: 20. Jahrhundert, 2. Hälfte

Chronik:

Die erste Kapelle aus dem Jahr 1872 wurde in Fachwerkbauweise errichtet. Dieser Bau wurde ca. 90 Jahre alt. Die anlässlich der Einweihung des Baues gepflanzten Bäume hatten sich in diesem Zeitraum so vergrößert und verbreitertet, dass die Wurzeln die gesamte Kapelle hoben und zur Seite neigten. Somit war ein Neubau unerlässlich.
Dieser Neubau sollte sich - laut den Ausführungen von Josef Schitter - an der barocken Innenausstattung orientieren. Dipl. Ing. Anton Mayer aus Hallein fertigte Entwürfe an, die sich in der Formgebung und den geschwungenen Linien an der Kapelle am Kreuzbühel in Lintsching orientierten. Das Denkmalamt traf die entgültige Auswahl für den Stil der Kapelle in der jetzigen Form. Die Firma Sagmeister stellte für den aufwändigen Bau dieser Kapelle Helfer Hans, einen sehr geschickten Maurer aus Bruckdorf zur Verfügung. Der Dachstuhl und das Türmchen wurden von der Zimmerei Leopold Moser in Bruggarn gefertigt; die schwierige Dachdeckung von der Firma Gugg in Tamsweg bewerkstelligt.
Die Inneneinrichtung stammte von der Vorgängerkapelle und ist zum größten Teil aus der Pfarrkirche Mariapfarr und wurde mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes restauriert. Pfarrer Lienbacher hatte 1854 nach dem großen Brand die Pfarre übernommen und wieder aufgebaut. Für die barocke Einrichtung der Kirche hatte er wenig übrig und ließ die damals ca. 200 Jahre alten Seitenaltäre einfach aus der Kirche entfernen. Da die alten Suppanbauersleute diese Teile in der Kapelle verwendeten, konnten sie größtenteils gerettet werden. Der Hauptaltar ist aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt, die hauptsächlich dem ehemaligen Johannes-Altar entstammen. Bemerkenswert ist vor allem der kleine Herz-Jesu-Bruderschaftsalter, den Pfarrer Friedl 1738 auf eigene Kosten anfertigen ließ und die angeblich einen echten Dorn aus der Dornenkrone Christi enthält, den er von Rom bekommen hatte.
Ein Gitter, handgeschmiedet vom Halleiner Kunstschmied Franz Hader und seinem Sohn Karl, schützt die wertvolle Inneneinrichtung vor Diebstahl und unbefugtem Zutritt.

Beschreibung:

Auf einer Anhöhe gegenüber des Suppangutes steht diese Kapelle als Nachfolgebau der alten Suppankapelle, die wegen ihrer Baufälligkeit abgetragen werden musste. Die Kapelle wurde als langrechteckiger Bau mit halbrunder Apsis errichtet, darauf ein Dachreiter.
Die Stirnwand ist über das Dach gezogen und endet in Form eines geschweiften Bogens mit Kranzgesimse und Verblechung. Pfeilerförmig verstärkte Ecken sind bis zur Traufe gezogen. Im Giebel befindet sich ein glockenförmiges Fenster. Darunter öffnet sich ein breiter Korbbogen mit einer Eingangstüre, die von einer Portalumrahmung aus zwei Säulen und Gebälk gerahmt wird.
Der Altar ist farbig in grün und gold gefasst und besticht durch seine reichverzierten Schnitzereien am Drehtabernakel mit drei Nischen. Darüber zwischen zwei gedrehten Säulen mit Segmentgiebel eine Im-maculata, im Auszug die Hl. Dreifaltigkeit. Die seitlichen Nischenfiguren zeigen Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten, darüber Engel aus dem 18. Jhdt. „Ganz besondere Beachtung verdienen vier höchst eigenartige Buschenvasen von fast 1 m Höhe; aus reich geschnitzten und vergoldeten Vasen wachsen großblütige Blumenkränze als Rahmen für die Ölbilder von vier heiligen Jungfrauen.“ (Schitter) Seitlich stehen noch zwei weitere flache Seitenaltäre. Bei dem linken handelt es sich um den Herz-Jesu-Bruderschaftsaltar mit einem Flammenherz im Zentrum und fünf umgebenden Engelsköpfen. Das mit einer Dornenkrone umwundene Herz steht symbolisch für das Feuer der göttlichen Liebe, darin ein klei-nes Guckloch, um die darin eingeschlossene Dornen-Reliquie zu sehen.
Die Bauinschrift in der Kapelle: "Gott zur Ehre, der Heimat als Zierde, uns selbst zur Freude."

Details

Gemeindename Mariapfarr
Gemeindekennzahl 50503
Ortsübliche Bezeichnung Suppankapelle
Objektkategorie 1512 ( Religiöse Kleindenkmäler | Kapellen und Grotten | Kapellen)

Katastralgemeinde Pichl -- GEM Mariapfarr
Flurstücks- bzw. Grundstücksnummer PZ 1356, EZ56
Ortschafts- bzw. Ortsteil 5571 Pichl
Straße und Hausnummer bzw. Flurname Pichl 10
Längengrad 13.734272
Breitengrad 47.137371

denkmalgeschützt geschuetzt

Höhe (m) 7
gemessen od. geschätzt geschätzt
Breite (m) 6
gemessen od. geschätzt gemessen
Tiefe (m) 8
gemessen od. geschätzt gemessen

Zustandsklassifizierung sehr gut
Falls sanierungsbedürftig od. ruinös:
empfohlene Maßnahmen

Beschreibung des Objekts (Deutung, Material und Technik) Auf einer Anhöhe gegenüber des Suppangutes steht diese Kapelle als Nachfolgebau der alten Suppankapelle, die wegen ihrer Baufälligkeit abgetragen werden musste. Die Kapelle wurde als langrechteckiger Bau mit halbrunder Apsis errichtet, darauf ein Dachreiter.
Die Stirnwand ist über das Dach gezogen und endet in Form eines geschweiften Bogens mit Kranzgesimse und Verblechung. Pfeilerförmig verstärkte Ecken sind bis zur Traufe gezogen. Im Giebel befindet sich ein glockenförmiges Fenster. Darunter öffnet sich ein breiter Korbbogen mit einer Eingangstüre, die von einer Portalumrahmung aus zwei Säulen und Gebälk gerahmt wird.
Der Altar ist farbig in grün und gold gefasst und besticht durch seine reichverzierten Schnitzereien am Drehtabernakel mit drei Nischen. Darüber zwischen zwei gedrehten Säulen mit Segmentgiebel eine Im-maculata, im Auszug die Hl. Dreifaltigkeit. Die seitlichen Nischenfiguren zeigen Johannes den Täufer und Johannes den Evangelisten, darüber Engel aus dem 18. Jhdt. „Ganz besondere Beachtung verdienen vier höchst eigenartige Buschenvasen von fast 1 m Höhe; aus reich geschnitzten und vergoldeten Vasen wachsen großblütige Blumenkränze als Rahmen für die Ölbilder von vier heiligen Jungfrauen.“ (Schitter) Seitlich stehen noch zwei weitere flache Seitenaltäre. Bei dem linken handelt es sich um den Herz-Jesu-Bruderschaftsaltar mit einem Flammenherz im Zentrum und fünf umgebenden Engelsköpfen. Das mit einer Dornenkrone umwundene Herz steht symbolisch für das Feuer der göttlichen Liebe, darin ein klei-nes Guckloch, um die darin eingeschlossene Dornen-Reliquie zu sehen.
Die Bauinschrift in der Kapelle: "Gott zur Ehre, der Heimat als Zierde, uns selbst zur Freude."

Bei besonderen Objekten: Beschreibung von Details

Zeitkategorie 20. Jahrhundert, 2. Hälfte
Ursprungsdaten, Chronik: (Zeit und Ursache der Errichtung bzw. Überlieferung, Namen der Urheber, Künstler bzw. Handwerker, Sanierungen) Die erste Kapelle aus dem Jahr 1872 wurde in Fachwerkbauweise errichtet. Dieser Bau wurde ca. 90 Jahre alt. Die anlässlich der Einweihung des Baues gepflanzten Bäume hatten sich in diesem Zeitraum so vergrößert und verbreitertet, dass die Wurzeln die gesamte Kapelle hoben und zur Seite neigten. Somit war ein Neubau unerlässlich.
Dieser Neubau sollte sich - laut den Ausführungen von Josef Schitter - an der barocken Innenausstattung orientieren. Dipl. Ing. Anton Mayer aus Hallein fertigte Entwürfe an, die sich in der Formgebung und den geschwungenen Linien an der Kapelle am Kreuzbühel in Lintsching orientierten. Das Denkmalamt traf die entgültige Auswahl für den Stil der Kapelle in der jetzigen Form. Die Firma Sagmeister stellte für den aufwändigen Bau dieser Kapelle Helfer Hans, einen sehr geschickten Maurer aus Bruckdorf zur Verfügung. Der Dachstuhl und das Türmchen wurden von der Zimmerei Leopold Moser in Bruggarn gefertigt; die schwierige Dachdeckung von der Firma Gugg in Tamsweg bewerkstelligt.
Die Inneneinrichtung stammte von der Vorgängerkapelle und ist zum größten Teil aus der Pfarrkirche Mariapfarr und wurde mit Unterstützung des Bundesdenkmalamtes restauriert. Pfarrer Lienbacher hatte 1854 nach dem großen Brand die Pfarre übernommen und wieder aufgebaut. Für die barocke Einrichtung der Kirche hatte er wenig übrig und ließ die damals ca. 200 Jahre alten Seitenaltäre einfach aus der Kirche entfernen. Da die alten Suppanbauersleute diese Teile in der Kapelle verwendeten, konnten sie größtenteils gerettet werden. Der Hauptaltar ist aus verschiedenen Stücken zusammengesetzt, die hauptsächlich dem ehemaligen Johannes-Altar entstammen. Bemerkenswert ist vor allem der kleine Herz-Jesu-Bruderschaftsalter, den Pfarrer Friedl 1738 auf eigene Kosten anfertigen ließ und die angeblich einen echten Dorn aus der Dornenkrone Christi enthält, den er von Rom bekommen hatte.
Ein Gitter, handgeschmiedet vom Halleiner Kunstschmied Franz Hader und seinem Sohn Karl, schützt die wertvolle Inneneinrichtung vor Diebstahl und unbefugtem Zutritt.
Chronik - allfällige Ergänzungen: (z.B. Sagen, Legenden, Überlieferungen ausführlicher)

Vorderansicht
16.05.2018
Alfred Slowak

Seitenansicht
16.05.2018
Alfred Slowak

Hauptaltar
16.05.2018
Alfred Slowak

Nebenaltar
16.05.2018
Alfred Slowak

Informationsquellen, Literatur und weitere Quellen Schitter, Josef, Mariapfarr II. Streiflichter aus der Ortsgeschichte. - Eigenverlag, 1989
Dehio-Handbuch: Die Kunstdenkmäler Österreichs. Topographisches Denkmälerinventar, hrsg. vom Bundesdenkmalamt.- Wien, 1986

Alfred Slowak
Datum der Erfassung 2018-05-26
Datum der letzten Bearbeitung 2020-01-29

Standort

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